Logbuch

21.09.04 Hamburg / Deutschland

Das Landleben hat uns wieder! Die Landbeine wachsen vorerst noch sehr langsam, aber mit der Zeit wird es schneller gehen.
Wir sind pünktlich um 14.30 Uhr am 11.09.04 mit der flut im Hamburger City.Hafen eingetroffen. Wir hatten noch einmal netten Wind, wenn auch gegenan. Am Hafen haben uns Familie, Freunde und Kollegen mit Tröten und Pfeifen begrüßt. Ein wunderschöner Empfang - DANKE!!!
Vielen Dank auch an alle, die diese Seite besucht haben und unsere Reise zumindest in dieser Form mit gesegelt sind.
Euch allen alles Gute!
Yvonne & Bartek

18.08.04 Stad a.h. Haringvliet / Niederlande

Gestern haben wir mit Holland heimatliche Gewässer erreicht.
Wir werden hier noch ein paar Tagen mit unseren Freunden verbringen und uns über einige Watteninseln nach Hamburg treiben lassen.

Voraussichtlich Ankunft im Hamburger City Hafen/Baumwall am Samstag 11.09.04 mit der Flut - also spätestens um 15.00 Uhr!

Wir freuen uns über jeden, der uns Willkommen heißen möchte.
Bis bald in Hamburg!
Yvi & Bartek

05.08.04 Helford / England

Brest 2004 war auf jeden Fall ein Erlebnis.
Wunderschön so viele alte Boote zu sehen und vor allem auch segeln zu sehen. Neben vielen netten Begegnungen, haben wir viel Zeit mit der Crew von der "Präsident Freiherr von Mahlzahn" verbracht. Das ist ein altes Fischerboot, dass sonst
im Museumshafen in Övelgönne liegt.
Nach sechs Tagen Party Brest brauchten wir allerdings eine Pause und sind die Regatta zum nächsten Klassikertreffen nur bis Chamaret mitgesegelt. Die zwei Tage dort waren ausgefüllt mit Wäsche waschen, einkaufen, Benzin holen etc. Danach sind weiter in den Fluss L'Aberildiut. Dort wollten wir auspannen und uns erholen. Leider haben sie diesen kleinen Fluss in zwischen so mit Moorings voll gepackt, dass man nicht mehr ankern kann. Wir sind also gleich am nächsten Tag geflüchtet und haben die 120sm zu den Scilly Inseln in Rekordzeit von 22 Std. zurück gelegt.
Die Scillys haben uns sehr positiv überrascht. Man hatte uns erzählt: "Nur eine handvoll Felsen.", aber wir haben außer Felsen noch wunderschöne Sandstrände, Steilklippen, bewaldete Ostseiten und vor allem unendlich viele Ankerplätze gefunden. Wenn man bereit ist sich jeden Tag in eine andere Bucht zu verholen entgeht man auch dem Schwell. Wir haben uns mit ein paar der Inselbewohner angefreundet und sind am letzten Sonntag die "Round the Island Regatta" auf St. Mary mit gesegelt.
Vorgestern haben wir dann ein bißchen Westwind genutzt, um hier nach Helford zu segeln. Der Fluss ist wunderschön und entgegen aller Erwartungen, dass England so teuer ist, kann man hier noch umsonst ankern. Morgen wollen wir Fluss aufwärts bis nach Gweek. Dort gibt es eine Bootswerft, die Pilot-Cutter in alter Tradition baut. danach geht es weiter nach Falmouth.
So vergehen die restlichen Tage unserer Reise und Hamburg rückt mit jeder Meile näher. Wie bei der Abfahrt wollen wir an einem Wochenende wieder im Hamburger City-Hafen ankommen und werden Euch rechtzeitig auf dieser Seite bekannt geben, wann das sein wird.
Bis dahin liebe Grüße aus Cornwall! Yvi & Bartek

07.07.04 Douarnenez / Frankreich

Nachdem wir gestern bei herrlichem Wind und Sonne ein zweites mal um Point du Raz gesegelt sind, liegen wir nun bei Dauerregen und Sturm sicher im Hafen von Douarnenez. Wie auch in bei Euch in Deutschland, läuft hier der Sommer nicht so beständig, wie das letzte Jahr.
Nach drei wunderschönen Tagen in Royan haben wir uns von unseren Freunden verabschiedet und sind mit wenig Wind nach La Rochelle gesegelt. Mal wieder haben wir uns über die hier übliche Sitte geärgert, dass die Hafenmeister für die letzte Nacht kassieren, wenn man z.B. morgens um 6.00 Uhr in den Hafen kommt. Dafür wecken sie uns gerne um 9.00 Uhr...! Eigentlich hatten wir erwartet Brian hier zu treffen, aber es stellte sich heraus, dass er in dem Fluss nach Marrans etwas weiter nördlich gerade sein Boot streicht. Wir haben also unsere üblichen Stadtdinge erledigt: Wäsche waschen, Einkaufen, Internetcafe etc., und sind am nächsten Tag weiter zum Fluss gesegelt. Brian hatte sein Boot inzwischen wieder zu Wasser gelassen und zusammen mit ihm und seiner Freundin haben wir nett zu Abend gegessen. Dann mussten wir leider fest stellen, dass unter unserer Mooring zu wenig Wasser ist und unser Boot trocken fällt. Brian sagte: "Es kann nicht mehr viel passieren, höchstens 40 cm." also haben wir die Wattstützen nicht ausgepackt. 1 1/2 Std. später um 00.30 Uhr war Tadorna komplett trocken gefallen und wir saßen etwas unbequem und Wein trinkend auf der Kante. Zum Glück war die Nacht warm und wir haben das ganze mit Humor gesehen. Am nächsten Morgen mussten wir allerdings um 6.00 Uhr aufstehen, um nicht noch einmal unfreiwillig trocken zu fallen. Bald darauf sind wir weiter gesegelt, da Brian arbeiten musste. Bei viel Gegenwind, haben wir uns bis Port de Meule auf der Ile d'Yeu vorgearbeitet. Hier haben wir Tadorna bewusst aber ohne Strom trocken fallen lassen und ihr Unterwasserschiff sauber gemacht. Das ganze Grünzeug aus dem Mittelmeer ist in den Kanälen abgestorben und bestand nur noch aus einer Schleimschicht. Mit einer neuen Schicht Melkfett gleitet unsere Kleine jetzt wieder über die Wellen. Mit aufkommendem Südwind mussten wir diesen kleinen Fischerhafen verlassen. Gleichzeitig kam eine Nachricht von unseren holländischen Freunden, dass sie mit einem Motorschaden für eine Woche auf der Belle Ile fest liegen würden. Kurz entschlossen sind wir mit Rückenwind bis Le Palais auf der Belle Ile gesegelt. Neben viel Ärger wegen der kaputten Aufhängekonsolen für ihren Motor, hatten wir eine wunderschöne Woche zusammen. Wir haben einen Mehari gemietet und uns die Insel angeguckt, Gambas am Strand gegrillt, Rummy gespielt, spazieren gegangen, Reifen an Zilvers Dingi gebastelt... Dann hieß es entgültig Abschied nehmen, denn Mariann muß bereits im August wieder arbeiten.
Wegen Starkwind sind wir nach Port Louis und Kernevel in der Einfahrt nach Lorient gekommen, um dort die schlimmsten Tage abzuwarten. Weiter zu den Ile de Glenans, wo dieses Mal "nur" 15 Boote mit uns in der selben Bucht lagen. Von dort sind wir bei Bennodet in den Fluss Odet. Dieser Abstecher war auch nicht geplant, aber es ist nun einmal eine windreiche Ecke. Der Fluss ist wunderschön mit dichten Wäldern am Ufer und großen Schlössern. Eher so wir wir den Canal du Midi erwartet hätten. Nach Audierne hatten wir, wie auch gestern einen wunderschönen Segeltag. Nun werden wir die Zwangspause in Douarnenez geniessen, bevor wir zur Sail 2004 in Brest weiter segeln.
Liebe Grüße aus der Bretagne, Yvi & Bartek

12.06.04 Royan / Frankreich

Unser Außenborder lebt noch!
Er hat die 460km Kanalfahrt und die 143 Schleusen gut überstanden. Wir übrigens auch, was bei z.T. 34°C ohne Wind ein echtes Wunder ist.
Die Überfahrt zum spanischen Festland verlief reibungslos und unsere Selbststeueranlage hat uns dabei eine stressfreie Nacht beschert. Die letzten 60sm bis zu Kanaleinfahrt mussten wir mit wenig Wind in drei Tagen zurück legen, aber da die Costa Brava viele Ankerbuchten bietet war das kein Problem. In Port-la-Nouvelle haben wir den Mast gelegt, unseren Proviant aufgestockt und noch einmal Wäsche gewaschen, bevor das Motordröhnen begann. Die ersten Schleusen waren aufregend und anstrengend. Beim Hochschleuchsen kommt das Wasser direkt von vorne, denn sie machen im Tor Schieber auf. Solange unser Langkieler ausbalanciert war kein Problem, aber wenn nicht war es manchmel sehr anstrengend ihn wieder in die richtige Position zu bekommen. Bei bis zu 22 Schleusen am Tag könnt ihr Euch sicher vorstellen, wie müde wir die ersten Abende waren. Die Schleusen öffnen von 9.00 - 19.00 Uhr mit einer Stunde Mittagspause und wir sind fast jeden Tag die ganze Zeit motort. Der erste Abschnitt bis zum Canal du Midi war sehr schön mit Pinien gesäumt und es waren kaum andere Boote unterwegs. Der Canal du Midi war sehr voll mit vielen Charterbooten, aber zum Glück waren noch nicht die großen Hotelschiffe unterwegs. Der Kanal ist fast immer mit Platanen gesäumt und windet sich durch die grüne Landschaft. Er wurde bereits 1681 in Betrieb genommen und ist bei der Unesco als Weltkulturerbe eingetragen. Die Schleusenkammern geben max. 4 Booten Platz und sind oval geformt. Das war mit einem überstehendem Mast nicht sehr günstig, aber es hat keine Probleme gegeben. Besichtigst haben wir hauptsächlich Carcassonne, mit der alten Festungsstadt und Toulouse. Ab Toulouse beginnt der Canal lateral à la Garonne. Die Schleusenkammern sind rechteckig und alle Schleusen sind automatisch ohne Schleusenwärter. Vor der Schleuse hängt eine Stange über dem Wasser, die man drehen muß damit der Vorgang beginnt. Dadurch geht das Schleusen viel schneller, wir waren meistens alleine in der Schleuse und außerdem ging es abwärts.
Wir haben insgesamt 12 Tage gebraucht bis der Mast in Bordeaux wieder stand. Jetzt sind wir an der Mündung der Garonne und Dordogne, die sich Gironne nennt. Wir haben hier unsere holländischen Freunde Zilver wieder getroffen, die die portugisische Küste zurück gesegelt sind. Derzeit genießen wir ihre Gesellschaft und die Ruhe ohne den ständigen Motorlärm.
Langsam aber stetig geht unsere Zeit zu Ende und uns wird bewußt, dass wir bald in den Alltag zurückkehren. Kein einfacher Gedanke, zumal das Wetter mit 28°C und Sonne herrlich ist. Wir schicken Euch Sonnenstrahlen und grüßen wieder aus der Biskaya. Yvi & Bartek

20.05.04 Mahon - Menorca / Spanien

Nach sehr wechselhaften Wetter, hat nun der Sommer eingesetzt und mit 18°C Wassertemperatur lässt es sich auch endlich baden.
Barteks Eltern hatten leider nicht so viel Glück mit dem Wetter. Es hat viel geregnet, aber wir haben uns die Zeit dadurch nicht verderben lassen. Zusammen haben wir uns das Herrenhaus La Granga angeguckt und Palma unsicher gemacht.
Nach ihrem Besuch haben wir dann die zweite Gruppe der Düsseldorfer aufgesucht und mit ihnen gefeiert. Dann waren wir auf einmal nach drei Wochen wieder alleine und irgendwie war es ein komisches Gefühl.
Der Wind war schön, um Cabrera zum zweiten Mal anzulegen. Schon am nächsten Tag verschlechterte sich das Wetter aber so sehr, dass wir noch drei weitere Tage bei viel Wind uns Regen dort an der Mooring abwarten mussten.
Kaum war das Tief vorüber riß der Himmel auf, so dass wir mit Spi am nächsten Tag bis zur Cala Bona segeln konnten. Und dann war auch schon der nächste Stop Menorca. Die Zeit scheint jeden Tag schneller zu laufen.
Hier hat uns dann der Sommer eingeholt und wir hangeln uns bei sehr leichten Winden von einer Bucht zur anderen. Herrliches Leben!!! Hier haben wir auch Amrei und Sascha getroffen. Sie sind mit einem 8,5m langem Boot für ein paar Jahre unterwegs. Wer sich für Ihre Geschichte interessiert findet die Webadresse auf der Link-Seite.
Für uns werden die Zeitpläne allmählich wieder straffer. Anfang Juni wollen wir im Canal du Midi sein, um Mitte Juni unsere Freunde von Zilver in La Rochelle wieder zu treffen. Vom 10.-16.7. haben wir jetzt eine feste Einladung für das große Segeltreffen in Brest (www.brest2004.fr). Über 2000 Boote, hauptsächlich Klassiker, werden erwartet und wir freuen uns sehr darauf. Wer also noch nicht weiß, wo er seinen Sommerurlaub verbringen soll ist herzlich eingeladen.
Vorerst einen sonnigen warmen Gruß von den Balearen. Yvi & Bartek

30.04.04 Palma de Mallorca / Spanien

Gestern sind wir zum zweiten Mal in Palma angekommen. Das erste Mal sind wir nach herrlichen Ankertagen in Ibiza hinter einem Sturmtief hierher gesegelt. Wir liegen im königlichen Club Nautico de Palma direkt an der Altstadt. Er ist erstaunlich billig und bieten einen hervoragenden Service mit den besten Duschen, die wir bisher gesehen haben (und das sind einige ;o)). Außerdem kann man hier eine Menge Super- und Megayachten bewundern, darunter ein paar sehr sehenswerte Maxis. Palma selber ist eine tolle Stadt und steht gleich neben Cadiz ganz oben auf unserer Liste.
Einen Tag nach unserer Ankunft ist meine Schwester mit meinem Neffen für drei Tage eingeflogen. Wir haben uns eine ganz stressfreie Zeit zusammen gemacht. Tagsüber an den Strand mit einem Picknick, Abendessen hier an Bord und ein bißchen durch Palma bummeln. Es war sehr schön. Der Lütte hat uns gut auf Trap gehalten und zum Lachen gebracht.
Zwei Tage nach ihrer Abreise ist dann auch schon der erste Schwung unserer Düsseldorfer Segelfreunde gekommen. Der gecharterte Katamaran lag ein paar Stege weiter und so konnten wir gleich den ersten Abend nett zusammen Essen gehen. Wir haben sie dann die nächsten drei Tage nach Cabrera, Cala Figuera und Cala Mitjana begleitet und jeweils ein bis zwei Leute tagsüber mit an Bord genommen. Wir hatten viel Spass auch wenn der Wind nicht so üppig war.
Gestern sind wir nun wieder hier angekommen und treffen eventuell heute noch Freunde von einem anderen Boot und morgen holen wir dann Barteks Eltern vom Flughafen ab. Wir hoffen ihr habt auch in Deutschland inzwischen erträgliche Temperaturen.
Adios Yvi & Bartek

10.04.04 St. Eulalia-Ibiza / Spanien

Sind im letzten Monat endlich wieder gesegelt und auch entsprechend voran gekommen.
Irgendwann sind wir einfach aus Almerimar weg trotz NO und wollten in einer Bucht vor dem Cabo de Gata ankern. Kurz bevor wir die Segel bergen konnten drehte der Wind auf W und so sind wir weiter bis San José. Ein Großteil der SO-Ecke Spaniens ist Naturschutzgebiet und San José liegt mitten drin. Noch wirkt es klein und ursprünglich, aber auch hier hat der Touristenboom keinen halt gemacht und es wird fleissig gebaut. Wir wollten hier mal wieder ausführlich ankern, aber der alte Schwell machte uns diese Vorstellung zunichte. Mit wunderschönem SO sind wir dann nach Cartagena gerutscht. Hier wollte der Winter noch einmal zeigen, dass er noch nicht bereit ist zu gehen und hat uns Regen, Kälte und viel Wind beschert. Eigentlich liegt der Hafen in einer gut geschützten Bucht, aber bei SO läuft trotzdem viel Schwell in die Bucht und die Marina haben sie völlig besch... gebaut. Der Wellenbrecher geht nicht durch, sondern besteht nur aus einer Brücke. Das heißt jede Welle läuft unter durch. Wir lagen direkt neben dem "Wellenbrecher" und haben in regelmässigen Abständen Spritzwasserduschen bekommen, da das Wasser so gerade unter die Brücke passte und manchmal eben auch nicht. Abgesehen vom Liegecomfort ist Cartagena aber eine recht nette Stadt mit reichlich Geschichte, aber wir waren beide unruhig und wollten gerne weiter.
Mit Sonne und Spinnaker haben wir dann das nächste Cap Cabo Palos umrundet. Das Mar Menor haben wir links liegen lassen, denn mit der Hochhäuserkulisse hat es nicht einladent gewirkt.
In Torreveija haben wir eine Nacht geankert bevor wir bis zur Isla Tabarca weiter gesegelt sind. Diese alte Pirateninsel wird heute auch von Touristenschwämmen heimgesucht, aber wenn um 16.00 Uhr die letzte Fähre den Hafen verlassen hat wird es herrlich ruhig auf der Insel. Alle Restaurants schließen und nur die Kneipe der 150 Einwohner bleibt offen.
Weiter ging es mit Rückenwind nach Altea, wo wir "Dizzy" wieder gesehen haben. Hans und Anja liegen schon seit einem Monat dort und wir haben zwei nette Abende mit Ihnen verbracht und uns gegenseitig erzählt, wie es uns ergangen ist.
Von Altea haben wir noch eine Nacht in der Bucht Grandadilla geankert, bevor wir nach Ibiza gesegelt sind. Dort sind wir erst kurz nach Mitternacht angekommen und konnten trotz Vollmond kaum glauben, dass wir in der Cala Bassa den Grund 8m unter Tadorna sehen konnten. Am nächsten Morgen hatte die Bucht etwas von Karibik - zumindest, wie ich sie mir vorstelle: klares Wasser, Sonne, Sandstrand, grüne Bäume und Palmen drum herum. Leider wissen das auch andere Leute und zu Mittag tummelten sich bereits zwei weitere Boote in der Bucht und etliche Leute am Strand.
Über San Antonio und der Cala de Port Roig sind wir nach Ibiza Stadt gesegelt. Eigentlich wollten wir dort auch ankern, aber man hat eine neue Mole für die Kreuzfahrtschiffe errichtet und damit jegliche Ankermöglichkeit zunichte gemacht. Wir mussten also leider in die teuerste Marina, da die anderen beiden auch noch wegen einer Regatta ausgebucht waren. 18,-€ (Vorsaison!) hat man uns ohne Wasser und Strom abgeknüpft. Die Altstadt mit Ihrer riesigen Befestigungsanlage und schmalen Gassen entschädigte etwas dafür. Am nächsten Morgen wollten wir dann Duschen gehen. Am Eingang saß eine Frau und wollte für die Dusche 2,-€ p.P oder für den Zutritt ohne Dusche 1,25€ p.P. Wir dachten, dass wir uns vielleicht irgendeine Liegebestätigung von der Rezeption holen müssten, aber weit gefehlt. Für die 18,-€ bekommen wir nur den Platz, alles weiter ist extra. Puhhh waren wir sauer!!! Wir sind dann auch bald ausgelaufen, obwohl es geregnet hat und wir den Wind gegenan hatten. Jetzt liegen wir hinter der Marina Eulalia mit einer Leine an der Mole fest gemacht, sicher, vor Wind geschützt und ohne lästige Hafengebühren. Nur schade, dass wir uns Ibiza Stadt nicht noch einmal in Ruhe angucken konnten.
Heute ist es bedeckt und es regnet, aber wir geniessen die ruhigen Stunden mit lesen und Schreiben ;o) Ende des Monats treffen wir Düsseldorfer Segelfreunde auf Mallorca. Bis dahin wird hoffentlich das Wasser auch noch wärmer ( z.Z. 16°C).
Liebe Grüsse aus Ibiza.
Yvi & Bartek

17.03.04 Almerimar / Spanien

Seit 10 Tagen sind wir wieder and der spanischen Festlandküste. Die Überfahrt war sehr schön mit einem netten Windhauch aus SW, Delphinen und fast Vollmond.
Da Almerimar an der spanischen Küste der billigste Hafen ist, überwintern hier viele Segler. Wir haben hier einige Bekannte wieder getroffen: Mauris ein Norweger, der mit einer Mariholm unterwegs ist, noch einen Bartek aus Polen, den wir schon in Lissabon getroffen haben etc.
Letzte Woche haben wir uns für drei Tage ein Auto gemietet und sind damit nach Granada gefahren. Eigentlich wollten wir gar nicht in die Alhambra, aber wir haben in der Stadt keinen Parkplatz gefunden und da es tatsächlich noch Tickets gab sind wir dann doch rein. Die Paläste sind schon sehr beeindruckend auch wenn die Gärten noch nichts zu bieten hatten in der Vorfrühlingszeit.
Granada selber hat uns sehr gut gefallen mit vielen grünen, netten Plätzen. Die alten Häuser haben uns hauptsächlich an die Bauweise in Norditalien erinnert mit überhängenden Dächern und eher im romanischen Stil. Über der Stadt sah man gut die Schnee bedeckten Gipfel der Sierra Nevada.
Am zweiten Tag sind wir von Süden in die Sierra Nevada gefahren, aber mussten leider fest stellen, dass wir von da nicht an den Schnee heran kommen. Die Schneegrenze ist schon zu hoch. Dafür waren wir sehr schön wandern (sind auch nur einmal vom Pfad abgekommen :-)) und haben die Frühlingsluft genossen. Abends waren wir ziemlich müde, aber an unserem Boot klebte ein Zettel, dass einer unserer Bekannten aus Melilla da sei. Es stellte sich heraus, dass gleich vier Leute da waren und es wurde noch ein sehr lustiger Abend in der Bar. Um so schwerer viel es uns am nächsten Morgen um 5.30 Uhr aufzustehen, um Barteks Eltern um 8.00 Uhr in Malaga zu treffen. Trotz Berufsverkehr sind wir nicht viel zu spät gekommen und es war sehr schön die beiden nach so langer Zeit wieder zu sehen. Leider hatten wir nur 5 Stunden zusammen, da sie mit einem Kreuzfahrtschiff in der Stadt waren und um 13.00 Uhr wieder abgelegt haben. Nach den drei Tagen, 1000km und einem Großeinkauf waren wir dann froh das Auto wieder los zu sein.
Heute hat nach drei Tagen Regen endliche die Sonne wieder raus geguckt und wir haben das Wetter genutzt einen Frühjahrsputz zu machen. Jetzt glänzt unsere Kleine von außen und innen! Der Wind kommt, wenn überhaupt, derzeit aus NO. Wir hoffen das er bald wieder aus W pustet, um uns um das Cabo Gata zu bringen, denn auch auf den Balearen beginnt allmählich der Frühling.
Liebe Grüße von der Costa Tropical.
Yvi & Bartek

01.03.04 Melilla / Spanien

Erst einmal: Es geht uns gut und ist während des Erdbebens nichts passiert!!!
Um ehrlich zu sein, haben wir es gar nicht wirklich mitbekommen. Ein leichtes Schaukeln des Bootes, aber da die anderen Boote auch geschaukelt haben, dachten wir ein Motorboot wäre vorbei gefahren. Erst als unsere Eltern versucht haben uns zu erreichen, haben wir gehört was passiert ist. Al Hoceima liegt nur ca. 100 km Luftlinie von hier und wir sind natürlich froh, dass wir dort nicht mehr im Hafen liegen.
Wir versuchen seit ein paar Tagen den Sprung zum spanischen Festland anzugehen, aber der anhaltende Westwind (Böen von 9-10) macht es bisher zu ungemütlich.
Melilla ist nach wie vor sehr nett. Einen Tag waren wir bei einem Segelclubmitglied zu einem Paella-Essen eingeladen. So eine frisch zubereitete Paella ist dann doch etwas anderes, als das Zeug aus der Tiefkühltruhe = super lecker!!! Seine Wohnung liegt in einen der neuen Appartmenthäuser am Strand mt einem herrlichen Blick über das Wasser. Was uns immer wieder erstaunt hat, ist wie selbstverständlich es für alle Erwachsenen hier ist als Dessert eine Tüte Haschisch zu rauchen. Dazu gibt es dann Kaffe,Pralinen oder einen Longdrink.
Ein anderer Segler hat uns mit seinem Auto Melilla gezeigt. Der Stadtbezirk ist grösser als erwartet, aber der gut bewachte Zaun der EU ist irgendwie deprimierend.
Ausserdem haben wir noch Roger ( Ire ) und seine Frau Sally ( Engländerin) kennen gelernt. Roger arbeitet in einer der Bars hier am Hafen und Sally ist Lehrerin. Zusammen mit einen ihrer Freunde aus Amerika hatten wir ein paar lustige Abende. Da alle wichtigen Bars und Restaurants hier am Hafen sind, haben wir es auch nicht weit nach Hause. Letztes Wochenende war dann Karnevalumzug. Hier sitzen hauptsächlich Kinder auf den Umzugswagen. Allerdings sahen die meisten ziemlich durch gefrohren und müde aus Abends um 21.00 Uhr. Am Ende wird ein grosser Fisch aus Pappmarsche auf den Hauptplatz getragen und verbrand. Ich habe noch nicht heraus finden können warum...
Die letzten Tage waren wir sehr faul. Der Wind ist sehr kalt und auch wenn es nie lange regnet ist es drinnen doch gemütlicher. Wir lesen viel, spielen und bereiten uns mental auf die nächste Saison vor ;o). Ab Donnerstag soll es endlich wieder wärmer werden und wir hoffen dann bereits wieder an der Costa del Sol zu sein.
Wir hoffen Euch geht es gut und Grüssen ein letztes Mal aus Nordafrika!
Yvi & Bartek

18.02.04 Melilla / Spanien

Seit fünf Tagen sind wir in der zweiten spanischen Enklave an Marokkos Küste.
Am Ende konnten wir es nicht erwarten Al Hoceima zu verlassen, denn die letzten zwei Tage hatten wir draussen Sturm mit bis zu 3m hohen Wellen wovon immerhin noch ca. 0,5m im Hafen ankamen. Da lagen wir als zehnte im Päckchen nicht gerade bequem und viel Schlaf haben wir auch nicht bekommen.
Vor dem Sturm waren wir noch für vier Tage mit dem Bus in Fes. Der Bus braucht fünf Stunden über das Rif-Gebirge mit wunderschönen Ausblicken und in den Tälern ist die Mandelblüte schon im vollen Gange. Die Königsstadt Fes ist mit 800.000 Einwohnern etwas ganz anderes, als die verschlafenen Küstenstädte am Mittelmeer. Einmal am Busbahnhof angekommen, sind wir mit dem Taxi zu einem der Eingangstore der Medina gefahren und haben uns dort ein kleines Hotelzimmer gesucht. Nach kurzer Erholungspause haben wir uns in der riesigen Medina treiben lassen. Wir mussten feststellen, dass ein grosser Teil der Geschäfte am Freitag Nachmittag geschlossen hat, aber das gab uns die Möglichkeit uns besser zu orientieren. Abends gab es lecker gegrilltes Fleisch von Holzkohlegrill und dann sind wir früh ins Bett.
Am nächsten Morgen sah die Stadt schon viel belebter aus und wir sind mit unserem Reiseführer, die Hauptattraktionen abgelaufen. Leider darf ein Nicht-Muslime in Marokko keine Mosche betreten, daher konnten wir die 16.000qm grosse Hauptmosche nur durch die Türen bestaunen. Dafür konnten wir aber eine der Medersas (Studentenwohnheime und Srudienraüme der Mosche) besuchen und dort die wunderschönen Wände und Türen genauer unter die Lupe nehmen. Immer wieder erstaunt waren wir darüber, wie leicht man in der verwinkelten Medina die Orientierung verliert, dabei hat Fes inzwischen Richtungsschilder zu den Hauptplätzen ausgehängt. Außer all den Sehenswürdigkeiten und den vielen Eindrücken, haben wir als "gute" Touristen noch Teppiche gekauft. Und wie alle anderen glauben auch wir eine guten Preis ausgehandelt zu haben :o)
Am zweiten Tag haben wir uns die neue Altstadt angeguckt, aber mussten feststellen, dass der Königspalat weiträumig abgesperrt ist und der grosse Park auch schon bessere Tage gesehen hat. Oft haben wir die Tage nur in einem Teehaus gesessen und die Leute beobachtet. Es ist faszinierend, wie sich der Mensch anpassen kann und wie normal es für uns am dritten Tag war, dass Mulis mit Coca-Cola Kisten beladen die Medina beliefern. Am Abend hat Marokko im Viertelfinale des Fussball Afrikacups gespielt. Wenig später wurde der Sieg mit Umzügen, Fahnenschwenken, Hupen etc. lautstark gefeiert. Später hat sich die Feier in die Neustadt verlegt, wo der Verkehr zum erliegen kam. Ein schöner Abschluss für diese facettenreiche Stadt.
Wieder in Al Hoceima konnten wir erst drei Tage später auslaufen und nach dem Sturm wieder mit wenig Wind. Wir haben 24 Std. für die 60sm gebraucht, aber es war angenehmer, als bei dem Schwell zuvor im Hafen. Da der Mond erst gegen 2.00 Uhr aufging, war der erste Teil der Nacht sehr dunkel und das Meeresleuchten besonders intensiv. Dann war auf einmal ein einzelder Delphin beim Boot. Durch das Meeresleuchten konnte man jeder seiner Bewegungen genau sehen. Das Geglitzer sah fast surreal aus - auf jeden Fall unvergesslich schön!
Melilla war eine sehr positive Überaschung für uns. Im Hafenführer wird noch ausdrücklich davor gewarnt, dass hier viel geklaut wird, aber seit 3 Jahren ist der Marinakomplex fertig und gut gesichert. Gleich nach dem Anlegen wurden wir von einheimischen Seglern begrüsst, ausgefragt und für die Regatta am Wochenende eingeladen. Keine halbe Stunde später sitzen wir mit dem ersten Bier seit drei Wochen bei ihnen im Cockpit und versuchten krampfhaft spanische Wörter heraus zu bekommen, nach all dem Französisch in Marokko...
Die ersten zwei Tage empfanden wir es als reinen Luxus hier zu sein: fliessend Wasser am Ponton, warme Duschen, nette Bars - nach Marokko wissen wir es richtig zu schätzen! Die Regatta war sehr nett mit anschließender Paella für alle. Die Stadt ist entspannt und auch architektonisch durchaus sehenswert. Die Neustadt wurde von einem Schüler von Gaudi (Barcelona) Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Wir werden noch etwas bleiben und daruf warten, dass der Frühling im Mittelmeer einzieht. Den letzten Hafen in Marokko werden wir auslassen, da wir nach wie vor anhaltenden Ostwind haben. Mal sehen, wohin uns der Wind treibt ;o)
Adios aus Nordafrika!
Yvi & Bartek

02.02.04 Al Hoceima / Marokko

Leider ist hier derzeit kein Wind zu spüren und obwohl ein grosses Hoch über dem Mittelmeer liegt, haben wir hier doch ein paar Regentropfen abbekommen. Drei Tage haben wir von El Jebha nach Al Hoceima gebraucht. Die meiste Zeit sind wir dicht unter der Küste motort, da dort der Strom mit bis zu 1,5kn nach Westen geht. Zum Glück ist bei dem wenigen Wind auch kein Schwell. Das Motoren ist also nicht so nervig, wie an der nordspanischen Küste, auch wenn die Geografie uns sehr daran erinnert.
Zwischen El Jebha und hier haben wir eine Nacht neben der spanischen Insel Penon de Velez geankert. Am nächsten Morgen hatten wir dann Besuch von der marokkanischen Marine. Offentsichtlich ist das Ankern in der Bucht verboten, aber davon stand in unserem Führer leider nichts. Die Herren waren sehr freundlich und wir konnten Ihnen klar machen, dass wir mit unserem Boot ohne Wind nicht schnell sind und zwangsläufig zwischen den Häfen ankern müssen.
In Al-Hoceima sind wir gestern Abend angekommen. Das Hafenwasser ist sehr dreckig und es riecht nach den Motorabgasen der Marine. Die Stadt liegt nett auf Felsen über dem Meer. Insgesamt erscheinen uns die Menschen hier reicher zu sein und vieles hat eher euröpäischen Charakter. Heute waren viele Leute auf der Strasse, da hier gestern ein bedeutender Feiertag war und alle im Anschluss noch zwei Tage frei haben. Wir werden die Stadt also erst am Mittwoch in Ihrer geschäftigen Form erleben. Im Teehaus hat uns ein anderer deutscher Tourist angesprochen. Thorsten kommt aus Fehmarn und ist für ein paar Wochen im Land. Das war seit längerem das erste Mal wieder ein deutsches Gespräch. Wir werden wohl einige Tage hier bleiben und eventuell auch eines der Hamams (Badehaus) besuchen.
Alles Liebe aus Marokko. Yvi & Bartek

28.01.04 El Jebha / Marokko

Pläne sollen ja angeblich dazu da sein sie zu ändern... Wir sind doch nicht Skilaufen gegangen, sondern haben uns direkt auf den Weg nach Marokko gemacht.
Neues Land, neue Kultur, viele Eindrücke!!!
Nach Zwischenstopps in Gibraltar mit einem leckerm Abendessen bei Clipper (Pub) und Ceuta mit absoluter Flaute, haben wir es endlich nach Smir in die Marina geschafft. Außer drei anderen verlassenen Segelyachten und ein paar grossen Motorbooten ist die gesamte Anlage für den Winter ausgetorben. Ein Teehaus hatte offen, aber der Kellner langweilte sich den grössten Teil des Tages. Wir empfanden die Umgebung dementsprechend deprimierend. Das Einklarieren hat keine 10 Minuten gedauert, denn alle zuständigen Behörden haben einen Büro im Hafen (Polizei, Einwanderungsbehörde und Zoll). Rechts und links von der Marina erstrecken sich Kilometer lange verlassene Sandstrände. Im Sommer soll es richtig voll werden, wenn auch viele marokkanische Familien an die Strände kommen und zelten. Aber jetzt sind die Hotels geschlossen und wir konnten die Ruhe nach der touristischen Costa del Sol geniessen.
Tetouan ist die nächste grosse Stadt ca. 20km entfernt. Als Transportmittel benutzt man hier hauptsächlich die "Grand-Taxis". Das sind alte Mercedes-Diesel Fahrzeuge, die eine feste Route fahren und bis zu 6 Personen excl. Fahrer(!) mitnehmen. Man zahlt seinen Anteil je nach Personenzahl. Tetouan ist für uns Europäer eine völlig andere Welt. Die Frauen auf der Strasse tragen meist Kopftücher, die älteren haben noch ein extra Tuch vor dem Mund und die Jungen tragen ihre Haare meist offen und sind "normal" gekleidet. Viele Männer tragen einen Kaftan mit der üblichen Zipfelmütze. Ausserdem sieht man noch Berber aus den Bergen. Diese Frauen tragen grosse Strohhüte und einen Rock aus einer Art Handtuch.
Um uns zu "aklimatisieren" sind wir erst einmal in ein Teehaus gegangen und haben den hier üblichen Minztee (mit frischer Minze) mit mind. drei Löffeln Zucker getrunken. Dann ging es in die Medina (Altstadt). Viele kleine schmale Gassen z.T. überdacht bilden ein chaotisches Gefüge. Überall wird Ware angeboten, wobei es meist eine Ware pro Strasse bzw. Quartier ist. Das sind die so genannten Souks (Märkte). Hier gibt es alles zu kaufen: neue und gebrauchte Schuhe, frische Hühner oder man kann sich eines aussuchen und schlachten lassen, Möbel, Lebensmittel, Schmuck...
Das Leben in Marokko ist sehr günstig. Bartek hat sich für 2,-€ die Haare schneiden lassen. 0,20€ kostet ein Brot und eine Hauptspeise im Restaurant gibt es für 2,30€. Dabei wird für Grundnahrungsmittel nicht gehandelt.
Sprachlich kommt man hier nach wie vor sehr gut mit Französisch weiter. Der Nordteil Marokkos war allerdings ehemals Spanisch und so ergibt das mit Englisch meistens ein Mix aus allem
, wenn man versucht sich zu verständigen.
Vorgestern sind wir nun in El Jebha angekommen. Das ist ein kleiner Fischerort mit einen der wenigen Häfen hier an der Küste. Wir liegen längsseits am Fischerpier und wurden gleich bei der Ankunft von neugierigen Jungen umgeben. Die behördliche Abwicklung war problemlos. Eine Stunde nach der Ankunft saßen drei Offizielle in unserem Kleinen Cockpit, wobei die Fischer und Jungen uns neugierig beobachteten. Alle haben sich eifrig die Daten notiert und sind dann mit unseren Pässen wieder abgezogen. Wir bekommen sie bei unserer Abreise wieder. In diesen Dorf mischen sich die alten Traditionen mit den neuesten Errungenschaften. Handyempfang ist kein Problem und auf vielen Dächern steht eine Satellitenschüssel. Dafür sind die Strassen mehr Sandpisten und Hühner laufen überall frei herum. Beim wöchentlichen Markt kommen viele Bewohner aus den Bergen nach wie vor mit den Mulis und dann gibt es mehr Mulis in der Stadt als Autos. Ansonsten sind die Strassen nur von Männern bevölkert. Die Frauen treffen sich zu Hause und ich fühle mich in dieser "maskulienen" Welt oft sehr angestart. Die Landschaftliche Umgebung ist traumhaft. Das Rif-Gebirge zieht sich bis an die Küste und gleich hinter dem Dorf erheben sich Berge mit 1300m Höhe. Wandern ist hier kein Problem, da sich eh überall Pfade für die Ziegen oder zu den Feldern hochschlängeln.
Heute hat es für uns seit sechs Wochen das erste Mal wieder etwas geregnet. Dabei ist es mit 23°C sehr schwül-warm. Wir hoffen die nächsten Tage netten Wind für unsere Überfahrt nach Al Hoceima zu bekommen.
Grüsse aus Afrika Yvi & Bartek

11.01.04 Estepona / Spanien

Seit fast 14 Tagen sind wir nun in Estepona und machen bei herrlichstem Wetter Urlaub vom Segeln (dösen, lesen, am Strand spazieren und wenig Neues angucken). Gestern haben wir seit langem mal wieder gebadet und es war mit 24°C und überhaupt keinem Wind, wie im Hochsommer. Letzte Woche sind wir auf den 1440 m hohen Pico de los Reales gewandert. Im Führer stand "moderate", aber unterwegs haben wir gesehen, dass in der spanischen Version "muy alta"(sehr schwer) stand. Da wunderte es dann auch nicht, das wir einige Stellen nur mit Händen und Füssen bewältigen konnten und grösste Teile der Wegstrecke mehr einem Ziegenpfad glichen. Nach 6 Stunden konnten wir den herrlichen Ausblick von oben geniessen: zur einen Seite bis in die Bucht von Gibraltar und zur anderen Seite bis hinter Marbella. Ausserdem durften wir feststellen, dass eine Strasse den Berg hochführt und alle anderen Touristen, im Gegensatz zu uns, recht erholt aussahen. Wir haben diesen Umstand aber zum Vorteil genutzt und uns von einem holländischen Päarchen wieder mit runter nehmen lassen.
Die nächsten Tage wollen wir das herrliche Wetter noch nutzen, um Tadornas Aufbauten einen neuen Lackanstrich zu geben.
Die Post in Gibraltar ist nun endlich auch angekommen und wir werden sie am Montag mit dem Bus (ca. 1 Std.) abholen.
Inzwischen haben sich unsere weiteren Pläne etwas geändert. Wir werden zunächst zur Sierra Nevade segeln um mit "Zilver" und "Dizzy" Skilaufen zu gehen. Keine 80 km von der Küste entfernt sollen auf 3500 m Höhe bis zu 3,40 m Schnee liegen. Der Versuchung können wir nicht wiederstehen.
Eine andere Neuigkeit wird uns die Möglichkeit geben Tadorna selber zurück nach Hamburg zu segeln. Barteks Arbeitsgeber war so freundlich seinen Sonderurlaub bis spätestens 30.09.04 zu verlängern. Wir werden unsere Kleine also im Mai/Juni durch den Canal de Midi zurück in die Biskaya bringen und dann an der englischen Küste zurück in die Heimatgewässer segeln. Das gibt Euch natürlich erweiterte Möglichkeiten uns zu besuchen ;o) Ihr seit jeder Zeit herzlich eingeladen!!!
Hasta luego Yvi & Bartek

27.12.03 Ceuta / Spanien

Ich hoffe Ihr hattet alle schöne Weihnachtstage und bereitet Euch jetzt gut darauf vor ins neue Jahr zu rutschen!
Mit einer schönen 4-5 aus West sind wir aus Barbate gestartet und waren überrascht 2 Knoten Strom mit zu haben. Zuvor hatte wir viel Wind aus Ost und ausserdem Nippzeit. Alles zusammen machten wir 7-8 Knoten über Grund - nur fliegen ist schöner!!! Natürlich haben wir unser neues Angelzeug gleich ausprobiert und kurz hinter Tarifa hatte ich das Gefühl, dass etwas am Haken hing. Bartek wollte das erst nicht so recht glauben, aber es hing wirklich ein ca. 2 kg schwerer Bonito an der Angel. Für uns alleine war das zu viel Fisch und so haben wir beschlossen noch einen zu fangen, um die zwei anderen Boote in unserem Konvoi einladen zu können. Der nächste Fisch hing schon nach 10 Minuten am Haken und wog ca. 1,5 kg. Um die Überfahrt perfekt zu machen begleitete uns ein grosser Delphinschwarm in die Bucht und ich hing eine ganze Weile auf dem Bauch liegend über dem Bug, um Ihnen zu zugucken.
Da Gibraltar nicht zur EU gehört mussten wir nach dem Anlegen auf den Mann von der Einwanderungsbehörde warten, bevor wir an Land durften. Es war herrlich endlich wieder mit den Leuten sprechen zu können ohne ständig nach Worten zu suchen oder Hände und Füsse zur Hilfe zu nehmen. Am zweiten Tag sind wir zu Fuß auf den "Upper Rock" gewandert. Nach der lauten, dicht gedrängten Stadt vermutet man nicht so schöne Natur ein paar hundert Meter höher. Die Affen sind super süß und der Nachwuchs war besonders spielfreudig. Von ganz oben konnte man die Bucht von Gibraltar, Marokko und die Costa del Sol sehen. Wir sind noch ein zweites Mal hoch gewandert, da beim ersten Mal eine dicke Wolke über Gibraltar hing. Beim zweiten Mal versperrte uns nichts den Blick. Auch kulinarisch haben wir und in Gibraltar verwöhnt und waren am Ende der sechs Tage Stammgäste in "Clipper" einem typisch englischem Pub mit entsprechend leckerem, billigen Essen und Bier.
Am Heiligabend haben wir dann kurz entschlossen abgelegt und sind nach Ceuta gesegelt. Die erwartete Post wird voraussichtlich nicht vor nächstem Jahr in Gibraltar eintreffen und wir wollten dort nicht so lange warten. Der Affenfelsen war nach sechs Tagen ausgereizt. Heiligabend haben wir also hier leckere Spaghetti genossen bevor wir müde ins Bett gefallen sind. Morgen wollen wir eventuell zur Costa del Sol, um dort weiter auf die Post zu warten, bevor es weiter nach Marokko geht.
Kommt gut ins neue Jahr! Adios Yvonne & Bartek

17.12.03 Barbate / Spanien

Wir warten auf Westwind für die Strasse von Gibraltar.
Die gesamte letzte Woche hatten wir herrliches Wetter mit bis zu 25°C. So haben wir uns den Winter vorgestellt!!!
Von Mazagon sind wir mit einem halben Nachttörn nach Cadiz. Der Wind war gut und zum Abend riss der Himmel auf und der Vollmond machte die Nacht zum Tag.
Cadiz hat uns so sehr beeindruckt und wir meinen es ist die bisher schönste Stadt auf unserem Törn. Auf einer Landzunge gelegen hat sie viele alte schmale Gassen mit einer herrlichen dominierenden Kathedrale. Der Strand haben wir die Wärme der Sonne genossen nach all den Regentagen. Dann ab 17.00 Uhr erwacht die Stadt nach der Siesta wieder zum Leben und viele Leute gehen durch die weihnachtlich beleuchteten Strassen und machen ihre Einkäufe. Es macht Spass mitzulaufen und die Atmosphäre zu geniessen. Als wir an einem Tag in einer Bäckerei Kaffee trinken waren, stellt sich heraus, dass die Besitzer aus Frankreich kommen und selber drei Jahre um die Welt gesegelt sind. Zum Abschied haben sie uns leckere Teilchen geschenkt. Segler wissen was auf dem Wasser wichtig ist ;-)
Bei leichtem Wind sind wir fünf Tage später Richtung Barbate aufgebrochen und haben es aber nur bis Sancti-Petri geschafft. Hier haben wir seit langem mal wieder geankert.
Nächsten Tag weiter nach Barbate. Cabo Trafalgar zeigte sich zahm, obwohl auch bei dem leichten Wind und nur 1 m Schwell durch die Ströming eine unangenehme Welle entsteht.
Barbate selber ist nicht sonderlich attraktiv, aber keine Touristenstadt und somit ein guter Versorgungspunkt. Der Strand neben dem Hafen wird ausnahmsweise nicht gereinigt, so dass man alles Mögliche finden kann. Als kleines Boot liegen wir einmal mehr bei den lokalen Fischern. Gestern haben wir mit einem, der gut Englisch konnte, 1 1/2 Stunden geredet. Jetzt haben wir keine Ausrede mehr, wenn wir keinen Fisch fangen und er hat uns auch noch einen seiner Köder und dickere Angelschnur geschenkt. Sie benutzen hier Schnur mit mindestens 1 mm Durchmesser - auch für 2 kg Fische. Wir werden sehen...
Liebe sonnige Grüsse von Yvi & Bartek

06.12.03 Mazagon / Spanien

Euch alles liebe zum Nikolausi!!! Wir hoffen Eure Stiefel waren schön gefüllt.
Bei uns gibt es seit drei Tagen immer wieder Gewitter mit kräftigem Wind (7-9) aus Süd. Morgen soll es nun kurzfristig abflauen und wir hoffen den Sprung nach Cadiz zu schaffen. Albufeira scheint schon wieder eine Ewigkeit zurück zu liegen. Mit gutem Wind sind wir von dort nach Olhão gesegelt. In Olhão bauen sie auch an einer neuen Marina und da die Pontons noch keinen Landanschluss haben, kann man noch umsonst dort liegen. Das Wetter war während der Zeit gemischt, aber wir hatten die Möglichkeit uns die Umgebung mit meinen Eltern anzugucken. Einen Tag sind wir mit Ihnen nach Tavira, einen anderen nach Faro und ich habe dann noch mal einen grossen wunderschönen Ausflug mit Ihnen nach Monchique und an die Westküste gemacht. Sie hatten dafür die Möglichkeit unsere Freunde und unseren "Alltag" kennen zu lernen.
Von Olhao sind wir an einem Tag, an dem der angekündigte Wind nicht kommen wollte, nach Vila Real de Santo Antonio motort. Die Stadt liegt schon am Grenzfluss zu Spanien. Hier sind wir ein letztes Mal mit meinen Eltern Essen gewesen, bevor sie wieder nach Hause geflogen sind. Einen Tag später hatte ich Geburtstag und wurde ganz lieb von Bartek mit einem Muffin-Teelicht-Kuchen geweckt. Während wir in der Stadt einen Kaffee trinken waren, haben Paul und Mariann unser Boot mit Luftballons geflutet. Ihr Hund Meis durfte uns dann bei der späteren Entsorgung helfen ;-)
Mit der Fähre haben wir noch einen Ausflug auf die spanische Seite in die Stadt Ayamonte gemacht. Hier ist das Leben gleich wieder ganz anders. Die Uhren gehen eine Stunde später und die Läden haben wieder ihre Siestazeit und...es gibt wieder Tapas!!!
Jetzt sind wir in Magazon und vor zwei Tagen hatten wir hier nur 11°C - nicht witzig!!! Ein Tief hängt vor Gibraltar und passt nicht durch. Daher erwischt uns hier ein Ausläufer nach dem anderen. Da auch drei andere bekannte Boote hier sind wird es nicht langweilig, auch wenn die Stadt selber ein in der Nachsaison verschlafener Ort ist.
Liebe Grüsse aus Andalusien. Yvi & Bartek

16.11.03 Albufeira / Portugal

Mit dem vierten Anlauf haben wir es endlich um Cabo de Sao Vincente geschafft. Wir hätten vor Beginn der Reise nie gedacht, dass diese Ecke uns die grössten Schwierigkeiten machen würde - allerdings dachten wir da auch, dass wir jetzt schon auf den Balearen oder in Tunesien sind :-)
Zweimal haben wir Sines noch verlassen und sind wieder umgedreht, da wir zu wenig Wind hatten. Bei 80 Meilen möchte man nicht gleich am Anfang in einer Flaute stecken. Dann drei Tage später drehte der Wind abends auf W-NW und so haben wir um 20.00 Uhr abgelegt und sind mit 5-6 Knoten nach Süden gerauscht. Morgens um 7.00 Uhr dann endlich der ersehnte Anblick - Cabo de Sao Vincente quer ab! Insgesamt haben wir 18 Std. benötigt und zum Glück war hinter dem Kap endlich die fürchterliche Kreuzsee verschwunden.
Hier im Süden von Portugal ist es wieder deutlich wärmer und freundlicher. In Lagos unserem ersten Hafen war ich bereits vor 9 Jahren einmal. Seitdem ist es eine nicht anerkannte englische Kolonie geworden. Im Hafen liegen viele englische Dauerlieger und in jedem Supermarkt oder Restaurant wird Englisch gesprochen. Auch sonst wird dieser Küstenabschnitt von vielen zum Überwintern benutzt. Die Tagestemperaturen sinken hier nicht unter 15°C und das Wasser nicht unter 12°C.
In Lagos haben wir auch endlich meine Eltern treffen können. Schön sie nach 6 Monaten wieder zu sehen, zu erzählen, Bilder zu zeigen etc. Hier hat Bartek auch die Selbststeueranlage fertig gebaut und bei der Überfahrt nach Portimao wurde sie dann getestet. SIE FUNKTIONIERT!!! Schon komisch wenn die Pinne sich bewegt ohne das einer von uns sie in der Hand hält. Das wird uns längere Strecken sehr erleichtern.
Jetzt liegen wir in Albufeira. Die Marina wird erst im nächsten Jahr offiziell eröffnet und ist noch entsprechend verlassen und billig ;-) Die Stadt gefällt uns besser als die vorigen und die Strände etwas außerhalb sind wunderschön mit den Steilklippen. Morgen wollen wir weiter nach Olhao. Dort liegen wir in der Nähe von meinen Eltern mit denen wir noch ein paar Ausflüge ins Inland unternehmen wollen.
Ihr könnt Euch sicher schon denken, dass wir zum neuen Jahr nicht in Malta sein werden. Wer uns besuchen kommen möchte, sollte sich also auf kurzfristige Planung gefasst machen :-)
Frohe Vorweihnachtszeit. Yvi & Bartek

06.11.03 Sines / Portugal

Bereits November und wir sind immer noch an der Westseite von Portugal. Das liegt vor allem an den vielen Stürmen und dem ständigem Südwind die letzten Wochen. Das ist für diesen Monat hier sehr ungewöhnlich, aber das hilft uns natürlich nicht. Heute haben sie draussen wieder S-SE und Wellen von 5m angekündigt - da müssen wir nicht weiter!
Von Nazaré sind wir recht zügig weiter nach Cascais, dem Nobelvorort von Lissabon, gekommen. Hier haben sich alle Boote mit denen wir schon eine ganze Weile unterwegs sind wieder getroffen. Dazu kamen einige Neue mit erstaunlich vielen jüngeren Seglern. Gleich am nächsten Tag haben wir mit vier Booten (8 Leute und ein Hund) einen Wagen gemietet und sind nach Sintra gefahren. Die ganze Stadt inkl. der umliegenden Burgen ist als World-Heritage bei der Unesco eingetragen und wirklich sehenswert. Am besten hat uns die alte, überwucherte Maurenburg gefallen, von der wir das gesamte Umland überblicken konnten.
Auf dem Rückweg wollten wir gerne irgendwo Essen gehen. Natürlich kannte keiner ein Restaurant und so haben wir ein Spiel gespielt: Jeder durfte nach der Reihe entscheiden wohin wir abbiegen bis wir etwas nettes sehen. Das hat uns zu einem kleinen Restaurant in einem Wohnviertel gebracht, wo wir die einzigen Gäste waren und sich die Besitzer überschlagen haben, um es uns recht zu machen. Wir hatten eine Menge Spass und das Essen war super. In dem dreijährigen Bestehen hatte das Restaurant noch keine Touristen zu sehen bekommen und als wir ihnen dann noch aufgelistet haben, wo wir alle her kommen (Deutschland, Holland, Polen, Frankreich, Australien, England), waren sie ganz aufgeregt. Wahrscheinlich haben wir ihnen auch das Einkommen einer Woche eingebracht, aber das war es wert ;-)
Nach fünf Tagen Sturm konnten wir endlich mit Zilver (Holländer) nach Lissabon segeln. Wir hatten das schon länger geplant, da wir gerne sehen wollten, wie ihr Boot segelt. Wir sind dann zwei Nächte bei ihnen an Bord geblieben und haben zusammen Lissabon unsicher gemacht. Die Stadt liegt auf Hügel am Fluss und beieindruckt durch ihre Vielseitigkeit . Die Altstadt hat kleine, schmale Kopfsteingassen und überall hängt auf Balkonen die bunte Wäsche und die Neustadt prahlt mit Pracht und den üblichen Markenläden. Abends sind wir zur alten Burganlage hoch und haben die Stadt bei Nacht genossen. Die Busfahrt dorthin war steil und abenteuerlich und mir ist es ein Rätzel, wie der Busfahrer die Lücken zum durchfahren gefunden hat.
Zurück in Cascais haben wir zwei Tage bei Regen und Sturm fast nur an Bord verbracht. Beim ersten vernünftigen Wetter haben wir dann Tadorna nach Lissabon gesegelt, während die anderen noch auf dem Steg standen und diskutiert haben, ob sie Richtung Madeira aufbrechen sollen oder nicht. Die nächsten sechs stürmischen Tage hat Bartek genutzt um ein Grossteil der Selbststeuerungsanlage für Tadorna zu bauen. Sehr praktsich das Zilver mit Schraubstock etc. gleich nebenan lag ;-) Ich habe mir mit Mariann und Paul das Expogelände angeguckt. Insgesamt war ich von der Architektur etwas enttäuscht. D
ie meisten Häuser stehen leer, aber beindruckend war der Bahnhof von Calatrava.
Zum Abschluss unseres Lissabon Aufenthalts hatten wir noch die Möglichkeit Alexa und Lars zu sehen. Manchmal hat es doch ein Gutes festzuhängen. Sie waren überraschend für eine Woche in Lissabon. Leider war ich die letzten Tage sehr erkältet und so konnte ich das Treffen nicht so geniessen, wie ich wollte.
Am Dienstag Mittag ging es dann endlich mit Ebbe weiter nach Süden. Wir wollten bis um Cabo San Vincente nach Lagos, wo meine Eltern uns besuchen könnten. Sie sind seit Anfang November an der Algave. Mittwoch morgens um 6.00 Uhr frischte es kräftig auf, der Wind drehte auf genau gegen an und die Welle wurde unangenehm steil. Wir hatten zwei Möglichkeiten: 60sm weiter die eventuell zu 100-120sm = 25-40 Stunden würden, weil wir kreuzen mussten oder 20 sm zurück nach Sines. Wie ihr seht haben wir uns für die 20 sm entschieden :-)
Jetzt sitzen wir hier in der Sonne, die zurück gekehrt ist. Bartek macht die Selbststeueranlage fertig und ich habe hier endlich die Möglichkeit unsere Wäsche zu waschen und mich noch weiter auszukurieren. Die Stadt ist klein und friedlich. Wir sind froh den Lärm und die dreckige Luft von Lissabon hinter uns gelassen zu haben.
Ganz liebe Grüsse und sonnige Strahlen schicken Euch Yvi & Bartek

11.10.03 Nazaré / Portugal

Nach Regen, Gewitter und Wind aus der falschen Richtung in Bayona hat uns der "portugisische Passat nun gut voran gebracht. Es ist spannend das zu erleben, was man vorher nur in Büchern gelesen hat. Morgens weht ein leichter Landwind aus Ost der dann auf Nordost dreht und auffrischt. Mittags legt er eine kurze Verschnaufpause ein bevor er weiter auf Nord dreht, weiter zunimmt und auf Nordwest dreht. Diese Tage bringen viele Segelmanöver mit sich, aber bei strahlendem Sonnenschein macht das Spass. Wir laufen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 5,5 Knoten und es ist schön das die Segel nicht mehr im schwachen Wind und Schwell schlagen.
Bartek und mir geht es sehr gut. In Porto haben wir zusammen mit der holländischen Crew von Zilver die Stadt besichtigt und natürlich auch den Portwein probiert, der hier hergestellt wird. Die Stadt erinnert ein wenig an das obere Rheintal - relativ steil am Fluss gelegen.
Figueira de Foz ist hauptsächlich ein Touristenort mit einem wunderschönem Strand und wir haben uns für einen Tag den Labrador von Zilver ausgeliehen, mit ihm am Strand gespielt und einen Urlaubstag eingelegt. Für Euch ist es sicher recht unverständlich wenn ich von Urlaubstagen rede, aber hier unter den Langzeitseglern geht der Spruch um: "Ich weiss gar nicht mehr, wo ich früher die Zeit hergenommen habe zu arbeiten!" Es vergeht natürlich sehr viel Zeit mit Segeln, aber auch mit Einkaufen, Kochen, Reparieren etc. und seit La Coruna hat unser Gesellschaftleben Ausmaße angenommen, von denen wir in Hamburg nur träumen können. Jeden Abend sind wir irgendwo eingeladen oder man trifft sich tagsüber spontan am Steg und bleibt kleben. Gestern Mittag war es so warm (30°C), dass wir mit drei Booten eine Wasserschlacht mit Spritzpistolen veranstaltet haben - schön wieder Kind zu sein :-)
Heute Morgen regnet es, aber es soll wieder aufklaren und dann auch die nächsten Tage kein Wind geben, so dass wir wohl noch ein wenig hier bleiben. Auch Nazaré hat einen wunderschönen Strand, wie die ganze portugisische Atlantikküste. Die Wellen sind wunderschön und es wird uns sicher nicht langweilig werden.
Sonnige Grüsse aus Portugal, Yvi & Bartek

27.09.03 Vigo / Spanien

Von Vigo aus sind es nur noch 30 Meilen bevor es nach Portugal geht. Nachdem wir einige Tage alleine im Ria de Arosa geankert haben, sind nun fast alle Langzeitsegler aus Portosin hier wieder im Hafen. Der Ria de Arosa hat uns sehr gut gefallen und bei leichtem Wind haben wir dort einige kurze Tagesfahrten gemacht. Obwohl der Ria wesentlich mehr bewohnt ist, haben wir nette einsame Ankerbuchten und Strände gefunden. Hier in Vigo warten wir auf den Segelmacher. Wir möchten von ihm ein Angebot für die Verstärkung der Ecken des Spinnakers und für das übernähen des Fensters im Gross, denn das ist inzwischen völlig zugeklebt mit Tape.
Liebe Grüsse Yvi & Bartek

21.09.03 Portosin / Spanien

Der Wind pustet mit 7-8 durch das Rigg und immer wieder huschen Regenschauer über das Boot. Bartek baut unsere in La Coruna erworbenen Lautsprecher ein, während ich Euch auf den neuesten Stand bringen möchte. Nach La Coruna sind wir in einem herrlichem Nachttörn bis zu einer Bucht hinter Cabo Finisterre gekommen. Die Nacht wurde uns durch Delphine verkürzt. Immer wieder tauchten sie in Gruppen oder alleine neben dem Boot auf, spielten in den Wellen neben dem Schiff oder schwammen unter Tadorna durch. Im Meeresleuchten und mit dem Mondlicht ein wahrhaft traumhafter Anblick. Cabo Finisterre haben wir, in inzwischen alt bekannter Tradition an "gefährlichen Ecken", ohne Wind und mit Motor passiert
Die Bucht, die wir dann etwas müde angelaufen sind, war wunderschön und einsam. Am Abend stellte sich allerdings heraus, dass sie weniger einsam war als erwartet. Die Nacht wurde uns von einer Horde Mücken zur Hölle gemacht. Wir sind dann gleich am nächsten Morgen weiter nach Muros. Muros ist eine süsse kleine Stadt mit schmalen Gassen und Arkadengängen. Das Wetter strahlte mit Sonne und leichtem Wind. Am Tag darauf sind wir die 5 Meilen nach Portosin gesegelt. Wir wollten in die Marina, um Tadorna mit Süsswasser abspülen zu können. Der Lack hat in den letzten vier Monaten sehr gelitten und wir dachten es wird Zeit eine neue Schicht überzustreichen. In der Marina war dann aber doch mehrt Schwell als erwartet und so haben wir sie nach einer ausgiebigen Putzaktion in einer sehr schönen kleinen Bucht neben der Marina trocken fallen lassen. Dort haben wir sie bei Ebbe lackiert und dem Unterwasserschiff auch gleich neues Melkfett verpasst.
Die restliche Zeit neben den Arbeiten am Boot verbringen wir mit den anderen Langzeitseglern hier. Gestern waren wir bei Engländern ein Video gucken und davor den Abend haben wir mit sechs Booten einen Grillabend am Strand veranstaltet. Inzwischen kennen wir uns ganz gut, denn es sind alles Leute die keinen bestimmten Zeitplan haben, also nicht im November in die Karibik wollen, und somit trifft man sich hier in den Flüssen immer mal wieder. Wir geniessen diese Gesellschaft und haben es nicht eilig von diesem schönen Stück Erde wieder weg zusegeln.
Liebe Grüsse Yvonne & Bartek

11.09.03 La Coruña / Spanien

Der Sommer ist wieder da und wir geniessen die Sonne hier in La Coruña. Wir sind gestern Nacht hier um 3.00 Uhr bei Vollmond und unter Spi angekommen. Im Hafen sind alle Boote, die mit uns in Coriña festlagen und noch einige andere. Die Stadt ist schöner, als erwartet mit einem netten Badestrand, einer schönen Altstadt und reichlich Einkaufsstrassen.
Mit diesem Hafen verlassen wir auch die Biskaya und begeben uns in den offenen Atlantik. Wir werden der windarmen Nordküste von Spanien aber nicht viele Tränen nach weinen.
Grüsse aus Galizien, Yvi & Bartek

08.09.03 Cariño / Spanien

Seit vorgestern hängen wir mit Windstärken von bis zu 9 im Hafen von Cariño fest. Der Ort ist klein aber nett ohne Hochhäuser und mit allen Läden, die ein Segler so braucht. Mit uns liegen hier noch zwei Franzosen, ein Deutscher und ein Norweger. Seit Gijon treffen wir jeden Tag vermehrt auf Langzeitsegler. Die meisten wollen diese oder nächstes Jahr in die Karibik, einige wie wir ins Mittelmeer und wenige haben so individuelle Ziele wie der eine Franzose hier - er wird mit seiner Familie nach Senegal und weiter nach Madagaskar segeln.
Bei uns hat, wie ihr sicher schon vermutet habt, die Schwachwindphase ein Ende. Nach Gijon waren wir eine nacht in Cuderillo und von dort ging es mit 6-7 Windstärken von achtern nach Ribadeo. Es war herrlich Tadorna über das glitzernde Wasser schiessen zu sehen. Von Ribadeo wollten wir am nächsten Tag schon hierher, aber hatten 6 gegenan und sind nur bis Burela gekommen.
Von Cariño sind es jetzt nur noch 38 sm nach La Coruna, dann haben wir die Biskaya "geschafft" ;-) Jetzt warten wir erst einmal auf besseres Wetter und hoffen das der Sommer spätestens in Portugal zu uns zurück kehrt.

01.09.03 Gijon / Spanien

Die spanische Küste präsentiert sich bisher mit vielen Wolken, Regen, Schwell und leider auch sehr wenig Wind. Der Schwell macht das Segeln unter 3 Windstärken unerträglich, da man sich bei dem Geschaukel eher wie auf einem Rummelplatz vorkommt... Gestern Nacht sind wir hier in Gijon eingedümpelt. Wie auch in Santander wirkt diese Marina verlassen. Einige wenige Gastlieger und viele kleine Fischerboote, aber ein Drittel der Stege ist leer. In Santander haben wir nach einer Nacht in der Marina noch eine Nacht vor Anker gelegen. Es regnete und war kalt und wir haben tatsächlich auf nordische Getränke zurück gegriffen - Tee mit Amaretto!
Weiter nach San Vicente de la Barquera. Ein netter Hafen ,wo man aber nur an dem Fischerpier festmachen kann. Im Hintergrund bestimmen immer die Berge das Bild und wenn die Sicht klar ist bieten sie einen spektakulären Anblick. Von San Vicente sind wir nur 2 Meilen weiter in den kleinen Flusslauf von Tina Menor. Die Einfahrt ist klein und gewunden, aber wenn man diese Stelle erst einmal passiert hat, dann eröffnet sich bei Hochwasser dahinter ein dunkel, türkis schimmernder See. In den Häfen liegen hier höchstens 2-3 andere Boote - hier ist man dann garantiert alleine :-) Bei Ebbe verschwindet der See und es bleibt ein kleiner Flusslauf und die Möglichkeit zu Fuß zur Einfahrt zu laufen. Beim Auslaufen aus Tina Menor war der Wind mal gnädig und wir kamen so gut voran, so dass wir schon Mittags in Llanes waren. Wir wollten nachmittags weiter zu einer 2 Meilen entfernten Flussmündung und sind auch ausgelaufen, aber den Seiten langen original Loggbucheintrag für die nächsten drei Stunden spare ich Euch. Erst war der Wind gut, aber zuviel Schwell für den Fluss, also weiter und dann 4 Meilen von Llanes entfernt ging uns der Wind aus und es fing an zu regnen. Wir sind dann das erste Mal seit uneserem Start zurück gefahren!
llanes erwiess sich aber noch als sehr lohnender Ort. Es war Samstag und in der Stadt fand eine Fiesta statt. Warum dann aber eine Dudelsackband "La Paloma" spielte und die Leute Sidra (Cidré) über Kopf auf einen Meter Entfernung einschenkten bleibt ein Rätsel. (Theorien dazu bitte an: theorie@antispam.de (antispam=tadorna))
Gijon selber sieht nicht sehr reizvoll aus, denn es wurde während des Bürgerkrieges komplett zerstört. Eigentlich wollten wir ein paar kleinere Reparaturen und Einkäufe vornehmen, aber bei dem derzeitigem Wetter kann man eher darüber nachdenken zwei Wochen Pauschalurlaub auf Grand Canaria zu buchen.
Wir hoffen Ihr seit mit besserem Wetter gesegnet! Gruss Yvi & Bartek

22.08.03 Santoña / Spanien

Nach 47 Stunden und 190 Meilen sind wir heute Mittag in Santoña vor Anker gegangen. Der Anblick der Küste nach zwei Tagen auf dem Wasser war Atem berauben! Die Berge im Hinterland erreichen 2600 m und die Steilfelsen an der Küste sind schnell 200 m und mehr hoch. Alles war in einem blauen Dunst gehüllt und nur langsam bahnte sich die Sonne einen Weg. Ich beginne zu verstehen, wie sich die Leute nach einem Monat auf dem Wasser oder mehr beim Anblick von Land fühlen müssen...
Der Abschied von La Rochelle viel uns nicht gerade leicht. Mit Brian wurde noch viel über Folkeboote gefachsimpelt und dabei die lauen Abende in der Sadt mit Wein oder Bier genossen. In dem Maritimmuseum liegt die "Joshua" von Montessier. Die durften wir uns nicht entgehen lassen auch wenn der Eintrittspreis mit 7,60 € an Wucher grenzt! Es ist beeindruckend dieses Boot "life" zu sehen und wenn man die vielen Dellen im Rumpf sieht kann man sich gut vorstellen, dass er mit ihr einiges erlebt hat. Am 7. September startet von La Rochelle die Minitransat Regatte und die Boote sollen ab dem 23.8 einlaufen. Wir waren sehr versúcht diesem Spektakel noch beizuwohnen, aber der Wind drehte auf NO und sollte einige Tage anhalten bevor ein Tief aus Spanien durchzieht. Kurzerhand entschlossen wir uns einen Teil der Biskaya abzukürzen, um etwas Zeit zu gewinnen. Die Überfahrt lief reibungslos bei 2-5 Beaufort und 3-6 Knoten.Der Tag auf See wurde uns von Delphinen und Walen verkürzt. Erst tauchte gleich nach Sonnenaufgang ein Schwarm Delphine auf und einige schwammen bis ganz dicht an Tadorna heran. Mittags haben wir dann eine Herde kleiner Wale gesichtet. Sie machen viel seichtere Bewegungen und stossen immer wieder ihre Wasserfontänen aus. Nachmittags dann ein grosser Wal. Ich schätze mindestens 10 m. Es ist schwer zu schätzen, wenn man nur ein Teil des Rückens sieht, aber die Föntäne war beieindruckend! Das Wasser hatte ein blau, wie ich es noch nicht erlebt habe. Die Biskaya ist hier schnell 2000 m tief, dass kommt in derb Ostsee natürlich nicht vor.
Jetzt werden wir uns erst einmal an die neue Sprache und Lebensart gewöhnen müssen.
Hasta luego, Yvi & Bartek

17.08.03 La Rochelle / Frankreich

Die Sonne hat uns weitest gehend verlassen und dafür ist der Wind zurück gekehrt!
Nach La Turballe haben wir eine Nacht in Pornichet verbracht. Die Bucht ist gruselig! Vor der Ecke stehen noch nette Einzelhäuser auf der Steilküste und dann sieht man das erste Mal die Bucht - vollgeklotzt mit Hochhäusern bis in die letzte Ecke - tausende auf dem Wasser mit Motorbooten, Jetski und Wasserski - verständlich, dass wir nicht lange bleiben wollten. Weiter zur Ile d'Yeu, wo wir bisher unser teuerstes Hafengeld bezahlen durften (20,30 €). Der Hafen selber ist sehr nett mit weissen Häusern drum herum, die ihre Fensterläden und Türen alle in einer andern Farbe gestrichen haben. Leider ist die Insel auch ein beliebter Tagesausflug und es war unerträglich voll. Man musste sich bis zum Markt, wie auf dem Dom durch die Menge quetschen. Da der Wind gut war sind wir also gleich weiter. Ich würde aber gerne noch mal in der Nebensaison hierher zurück kommen. Mit 5 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit ging es nach Les Sables d'Olonne. Der Hafen ist alle vier Jahre Start- und Zielhafen des Vendee Globe. Ich hatte ihn mir gemütlicher vorgestellt. Auch hier Touristenburgen und bevor man an einem Platz anlegt, muss man am Steg beim Hafenmeister erst einmal bezahlen. Wir sind trotzdem eine Nacht geblieben und haben ein bißchen am Boot gebastelt. Ausserdem haben wir hier einen Engländer mit einem Folkeboot getroffen und einen netten Abend mit ihm verbracht. Gestern Abend sind wir dann hier in La Rochelle angekommen. Erst dachten wir wir müssen noch einen Ankerstop einlegen - wenig und Gegenwind, aber am frühen Abend frischte er auf und wir sind mit 6 Knoten unter Spinnaker hierher "geflogen". Der Engländer Brian ist inzwischen auch hier, denn er lebt hier das ganze Jahr über auf seinem Boot .Wir werden die schöne Stadt nutzen Euch auf dem neuesten Stand der Dinge zu bringen, Wäsche zu waschen etc.
Liebe Grüsse Yvi & Bartek

12.08.03 La Turballe / Frankreich

Drei Tage waren wir in Brest und hatten dabei sehr viel Regen. Die Stadt selber ist nett, aber nach dem 2.Weltkrieg komplett neu aufgebaut worden. Wir haben im Hafen noch ein polnisches Boot getroffen, mit dem wir im letzten Jahr in Warnemünde ins Gespräch gekommen sind. Sie wollten eigentlich noch bis Ende August ins Mittelmeer, aber ein Teil der Crew musste nach Hause und so haben sie das Boot wohl in Brest aus dem Wasser geholt.
Wir haben Brest bei bedecktem Himmel, aber nettem Wind und Strom verlassen und uns südlich von Camaret in eine Bucht vor Anker gelegt. Am nächsten Tag mit wenig Wind weiter um den Point du Raz herum. Eine beeindruckende Landmarke mit den zerklüfteten Felsen keine Ecke, die ich bei viel Wind erleben möchte. Es ist die westlichste Spitze von Frankreich! Mit Halbwind ging es bis Audierne. Dort kam am nächsten Morgen die Sonne heraus und ich wollte sie unbedingt nutzen und habe Bartek zum ablegen aus dem Bett gescheucht :-) Nach all dem Regen und den grauen Tagen war es wunderschön die Welt wieder in Farbe zu sehen! Wir sind bis Loctudy gekommen, wo wir im Fluss geankert haben. Die Flüsse sind hier spanned, denn die Tide flisst mit bis zu 4 Knoten rein und raus. Man gewöhnt sich an rückwärts vorbeitreibende Möwen :-)
Bei Flaute haben wir am nächsten Tag einen Badetag eingelegt und haben es auch den Tag darauf nur zu den Ile de Glenan geschafft. Diese vorgelagerte Inselgruppe ist sehr beliebt und man konnte die Inseln vor lauter ankernden Yachten kaum sehen.
Beim Abendessen hatte Bartek auf einmal ein Zahninlay in der Hand. Da blieb nichts anderes übrig, als die nächste grosse Stadt anzulaufen und das war Lorient. Der Zahnarzt hatte erst am nächsten Tag einen Termin frei und daher haben wir uns einen schönen (heissen!!) Tag in der Stadt gemacht. Anfang August ist hier immer das internationale keltische Festival. An jeder Strassenecke spielen Bands und überall ertönt Musik und wir haben den Abend genossen in dem wir durch die Strassen gezogen sind.
Der Zahnarztbesuch war wohl auch kurios. Dem Zahnarzt war der Zement ausgegangen und so konnte er das Inlay nur mit einem provisorischen Zement wieder einsetzen. Das war ihm so peinlich, dass er dann kein Geld haben wollte!
Raus aus Lorient mit etwas Wind - eine Wohltat bei der Hitze (32-36°C) - bis zu einem Ankerplatz vor der Stadt und weiter über die Insel Houat in den Golf von Morbihan. Hier wollten Bartek und ich beide gerne hin, denn wir sind beide schon einmal von Land aus hier gewesen. Das "kleine Meer" hat ca. 60 Inseln und unzählige Ankerplätze. Die Tide drückt bei Spring mit bis zu 8 Knoten in den engen, tiefen Fahrwasserteilen, aber in den flachen Teilen hinter den Inseln ist es ganz ruhig. Zwei Tage nur Badewetter! Alle 30 Minuten ins Wasser, um die Hitze zu ertragen und Tadorna zugedeckt mit Sonnensegeln. Das Hünengrab von Gavrinis wollten wir uns angucken, aber inzwischen ist der Zugang reglementiert und man muss sich vorher Tickets am Festland reservieren. Da war unsere Paddeltour umsonst. Der Golf wollte uns so schnell auch nicht wieder raus lassen. Bei unserem ersten Versuch haben wir auf einer Sandbank festgesessen und konnten mit Flut dann nicht mehr raus. Statt dessen haben wir den leichten Wind für eine Rundfahrt durch den Golf genutzt. Beim nächsten Versuch mit der nächsten Ebbe viel der Wind dann ganz aus - ich glaube allmählich schon, dass irgendwo einer sitzt, die Wetterhebel bedient und sehr viel lacht!!!
La Turballe ist ein Ferienort, der an die Ostseeküste erinnert. Ein langer Strand, viele Ferienwohnungen und die dazu gehörenden Touristenfallen. Der Hafen ist klein und der Besucherbereich ist noch kleiner. Obwohl die Franzosen Ferien haben ist es doch nicht so voll wie wir erwartet haben. Überfüllt heisst hier drei Boote im Päckchen - das ist leicht zu ertragen! Ab September haben sie hier dann auch schon wieder Winterpreise in den Häfen!

Liebe Grüsse Yvi & Bartek

27.07.03 Brest / Frankreich

Die nordwestliche Ecke von Frankreich haben wir gestern hinter uns gelassen. Die letzten Tage hatten wir eher mässiges Wetter. Viel Regen und kräftiger Wind aus West. Bei uns an Bord hatte sich der Zeitpanikvirus breit gemacht und so sind wir tapfer weiter und in den letzten zwei Tagen 100 Meilen gesegelt. Beide hatten wir uns diesen Landstrich noch rauher vorgestellt, aber hier gibt es ausreichend Häfen und Flüssmündungen, um es auch dem kleinsten Boot möglich zu machen diese Ecke zu runden. Vor dieser Segeletappe waren wir in Ploumanac'h an der Cote de Granite Rose. Wie der Name schon sagt, haben sie dort einen rosa farbenden Granit der gerade in Ploumanac'h durch seine rundlichen Formen so aussieht, als wenn ein Riese mit Murmeln gespielt hätte. Der Hafen selber ist ein traumhaft geschützter Naturhafen und durch den begrenzten Tiefgang im Hafen waren wir mal nicht das kleinste Boot. Leider hat es auch hier viel geregnet und so sind wir zwei Tage später weiter nach Primel. Wir dachte der Hafen wäre gut geschützt, aber inzwischen bekam man immer deutlicher den Schwell vom Atlantik und so sind wir wieder trocken gefallen - das war ruhiger!
Weiter ging es nach L'Albervrac'h. Die Überfahrt dehnte sich durch den Gegenstrom und Gegenwind zu einer Nachtfahrt aus und wir haben erst morgens um 8.00 Uhr dort fest gemacht. In der Flussmündung herrscht ein kräftiges kommen und gehen. Hier machen fast alle Boote halt, um die richtige Tide für den Kanal du Four abzuwarten. Da der Wetterbericht Nordwest angekündigt hat sind wir am Nachmittag wieder los, um eigentlich nur eine Flussmündung weiter zu kommen, aber es war so schön endlich mal nicht gegen den Wind kreuzen zu müssen und der Strom lief auch kräftig mit und so sind wir weiter bis nach Brest. Hier haben wir Nachts um 1.00 Uhr noch eine kleine Hafenrundfahrt durch den Stadthafen gemacht in der Hoffung, dass wir dort bei einem Traditionsschiff längsseits gehen können. Leider waren nur Fischer- und Arbeitsboote dort - also weiter zur Marina. Die Marina ist ca. 5 km östlich vom Stadtzentrum und wir werden morgen mit dem Bus in die Stadt fahren müssen. Der Hafen ist sehr nett mit vielen interessanten Booten und einer guten Gesamtversorgung. Wärend ich diese Zeilen schreibe, ist Bartek schon wieder am Reparieren und Basteln. In L'Abervrac'h war unser Mooringanleger nicht sehr gegklückt und jetzt bekommt die "Kleine" etwas neuen Lack. Ausserdem haben wir bei all dem Regen auch wieder ein paar undichte Stellen entdeckt, die wir noch dichten wollen. Ansonsten lacht heute endlich mal wieder die Sonne und unser Boot sah zeitweilich aus wie ein Wäscheständer ;-)! Jetzt sind wir wirklich im Atlantik und in der Biskaya! So richtig glauben können wir es beide noch nicht.
Liebe Grüsse aus Brest, Yvi & Bartek

20.07.03 Tréguier / Frankreich

Zunächst: Uns geht es gut! Ist doch immer wichtig zu wissen, oder? :-)
Nach Boulogne sind wir weiter nach Dieppe. Der Hafen ist direkt in der Stadt und im Gegensatz zu Boulogne ist die Stadt kleiner und ruhiger. Der Strand besteht aus Steinen und ansonsten ist die Küste geprägt durch Steilklippen. Man nennt es auch die Alabasterküste.
Auf dem Weg dorthin hat unser Grosssegel einen Riss in einer Gewitterböe bekommen. Der nächste Segelmacher war in Rouen, aber wir haben einen von der Segelschule gefunden, der dort jeden Dienstag arbeitet und so bekamen wir das Segel zwei Tage später hervoragend repariert zurück.
Weiter ging es nach St.Valéry-en-Caux. Es ist ein sehr niedlicher kleiner Ort eingezwängt zwischen der Steilküste an einem Flussausgang. Die Einfahrt war recht spannend, da der Hafen hinter einem Schleusentor liegt, welches nur zwei Stunden vor und nach Hochwasser geöffnet wird. Davor und danach fällt ein Teil der Einfahrt trocken. Begrüsst hat uns der Ort mit englischem Fisselregen. Der Yachthafen nimmt den gesammten Innenhafen ein. Die Fischer sind vor ein paar Jahren in die Nachbarorte ausgewandert, die man jederzeit anlaufen kann.
Dort waren wir das erste Mal auf einem französischem Markt. Von T-Shirts, Sticksachen, Möbeln, Matratzen bis zu Gemüse und Obst wurde alles angeboten. Es ist schwer sich beim Einkaufen zurück zu halten bei all den leckeren Dingen ;-)
Nächster Hafen war Fecamp. Er hatte die Atmosphäre eines Hafens für Langzeitsegler. Es war das erste Mal, dass wir mit Stegnachbarn in Kontakt kamen und wir haben hier seit Holland auch das erste Mal wieder Deutsche getroffen. Weiterer Stop in Oestreham. Der Hafen liegt hinter einer Seeschleuse an einem Kanal nach Caen und ist nicht sehr reizvoll, so dass wir gleich weiter nach Corseulle-sur-Mer gesegelt sind. Hier in der Seine Bucht sind die Alliierten gelandet und haben vielfache Zeugnisse hinterlassen. Überall wird man mit der deutschen Kriegsgeschichte konfrontiert und ich muss feststellen, dass mein Wissen in der Beziehung sehr lückenhaft ist. Courselle selber ist heute ein beliebter Ferienort mit riesigen Sandstränden.
Im Nächsten Hafen waren wir leider zu spät, so dass das Lock schon geschlossen war. Wir haben die Möglichkeit genutzt und sind in Port-en-Bassin das erste Mal an der Hafenmauer trocken gefallen. Man hat den Zeitpunkt des Aufsetzens gar nicht gespürt, aber es war schon komisch die "Kleine" so ohne Wasser unter dem Hintern zu sehen...
St. Vaast war der nächste Stop. Hier beginnen die Austernfarmen, allerdings können Bartek und ich uns beide nicht für die Tiere erweichen.Vor den Kanalinseln haben wir dann in Cherbourg noch einen Grosseinkauf getätigt. Cherbourg wird mir immer als englische Kolonie in Erinnerung bleiben, denn hierher fahren die Engländer, um sich mitr Alkohol einzudecken.
Dann ging es bei bestem Wetter zu den gefürchteten Races of Alderney. Hier wird bei Springzeit ein Strom von bis zu 9 Knoten gemessen und daher sollte man diese Stück Kanal mit Vorsicht navigieren. Wie bei allen gefählichen Ecken bisher ist uns auch dort der Wind ausgegangen, so dass wir motoren mussten und das ganze eine Atmosphäre von Lübecker Bucht im Hochsommer hatte! Alderney selber hat uns sehr gut gefallen und wir waren froh uns wieder besser verständigen zu können. Auch hier ist der zweite Weltkrieg präsent, denn die Inseleinwohner wurden 1940 evakuiert und konnten erst 1946 wieder in ihre Heimat zurück. Von der Vegetation erinnerte uns die Insel sehr an Neuseeland mit ihren Palmen und ihrem satten Grün.leider war das Wasser mit 16° C doch noch sehr frisch zum baden.
Drei Tage später hatten wir endlich wieder etwas Wind und sind damit nach Guernsey weiter. Nach dem ruhigen Alderney fühlten wir uns vom geschäftigem St. Peter Port etwas überfordert und sind auf die Insel Sark geflüchtet. Steile Klippen mittem im Meer mir herrlichen Ankerbuchten und keinen Autos auf der Insel. Da wir am Wochenende dort waren durften wir zusehen, wie ein Schafrennen veranstaltet wurde - sicher das wir nicht zufällig in Neuseeland gelandet sind? :-)
Bei herrlichem Ostwind und bis zu 3 Knoten Strom in die richtige Richtung haben wir dann St. Malo angelaufen. Wir wollten unbedingt zum Nationalfeiertag der Franzosen wieder in Frankreich sein und haben es nicht bereut. Vor der alten, farbig angestrahlten Stadtmauer wurde ein gigantisches Feuerwerk veranstaltet und dazu Musik gespielt. Vorsichtshalber haben wir uns das Spektakel von Bord aus angeguckt mit einem Eimer Wasser neben uns, denn ein paar Leute haben Leuchtraketen über den Hafen abgefeuert und eine ist in ein Boot eine Reihe vor uns gefallen. St. Malo haben wir dann auch genutzt, um uns etwas von all den neuen Bildern zu erholen. Das Wasser hatte hier bereits 19°C und die langen Sandtrände luden zum baden ein. Fünf Tage später sind wir weiter nach Binic. Bei Nippzeit macht dieser Hafen gar nicht auf, da dann nicht genug Wasser vorhanden ist, um in den Hafen zu kommen. Hier kommen wir nun auch endlich ind den Teil der Bretagne, wo man hervoragend ankern kann. Mit all den vorgelegerten Felsen und Steinen ist es ein bisschen wie die Schärengärten in Schweden. Bei herrlichem Wetter wollten wir unbedingt bei der Ile de Brehat ankern. Statt zu ankern sind wir das erste Mal mit Tadorna und Wattstützenn trocken gefallen. Ich muss gestehen, dass mir schon etwas mulmig war, aber es war ganz einfach und sie stand völlig gerade auf ihrem langen Kiel, so dass keine Kraft auf den Wattstützen war. Die Ile de Brehat ist wunderschön mit ihren kleinen Gassen, ihren bretonischen Granithäusern und ihren Hortensienhecken.

Jetzt sind wir in dem Fluss Trégulier und ankern. Am Land stehen weitere bretonische Häuser mit blauen Fensterläden und neben uns hat gerade ein wunderschönes altes Traditionsschiff festgemacht. Vorhin waren wir kurz in der Stadt, da unsere Vorräte so gut wie aufgebraucht waren. Dort haben wir mal wieder ein deutsches Päarchen getroffen. Sie hatten Ihr Boot über Winter in der südlichen Biskaya und segeln es nun zurück. Sie versuchen 3 Monate im Jahr Urlaub zu machen - auch eine Möglichkeit ;-)
Soweit erst einmal das Update.

Ihr fragt Euch sicher noch nach welcher Theorie wir Euch gefragt haben. Dabei geht es um Folgendes. Immer wieder und zum Teil in Gruppen sehen wir Segelschiffe, die motoren und dabei ihr Grosssegel gesetzt haben. Dieses ist dann in den meisten Fällen nicht dicht geholt und schlägt im Wind.
Wir haben dazu folgende Theorie aufgestellt: Da immer mehr Leute motoren anstatt zu segeln hatten die Segelmacher Angst arebitslos zu werden und haben daher folgendes Gerücht in Umlauf gebracht: Segel bekommen Falten, Stockflecken und lösen sich irgendwann auf, wenn sie zu lange unter der Persenning liegen. Man soll sie daher regelmässig setzen und auch schlagen lassen, damit die Falten wieder raus gebügelt werden und sie gut entlüften.
Solltet Ihr andere Theorien gehört haben oder sollten euch andere Theorien einfallen sendet sie bitte an folgende Email-Adresse: theorie@antispam.de (antispam=tadorna)

21.06.03 Boulogne-sur-Mer / Frankreich

Strasse von Dover erfolgreich passiert!!! War ein Kinderspiel, denn anstatt der seit zwei Tagen angekündigten 4-5 aus Ost hatten wir absolute Flaute bei bester Sicht. Nachdem wir gestern auf Grund des kippenden Stroms in Calais festgemacht haben, sind wir heute zum Teil mit 4 Knoten Strom nach Boulogne-sur-Mer gesegelt. Diese Stadt empfängt uns auch gleich mit einem sehr südlichem Flair und die Sonne trägt Ihren Teil dazu bei.
Auf dem Weg hierher haben wir in Scheveningen, Ostende und Nieuwpoort Zwischenstops eingelegt. In Scheveningen hat an dem Wochenende die Northsea-Regatta statt gefunden. Es waren viele schöne Schiffe im Hafen. In Ostende sind wir mangels Wind gelandet und haben uns auch gleich geärgert, da man dort 19,-€ Hafengebühr verlangt hat. Zum Vergleich: In Makkum haben wir 5,-€ bezahlt. Dann weiter bei schönstem Rückenwind nach Nieuwpoort. Dort hat man vor einigen Jahren einen riesigen neuen Jachthafen gebaut. Er hat den Nachteil, dass er sehr weit von der Stadt und noch weiter von dem Strand entfernt ist. Das am Strand gelegene Nieuwpoort Bad ist , wie fast alle holländischen und belgischen Küstenorte mit Hochhäusern zugeklotzt und wies einen Altersdurchschnitt von ca. 60 Jahren auf. Die Stadt selber ist ganz niedlich, aber nur in der Grösse eines Dorfes.
Aus irgendeinem uns unerfindlichem Grund wollte uns der Hafen länger behalten, als uns lieb war. Wir haben dort vier Tage wegen zu starkem Westwind festgelegen. Dafür haben wir uns an dem einem Regentag einen "Sonntag" gegönnt. Bis 11.30 Uhr schlafen und dann in aller Ruhe im Bett frühstücken
. Herrlich!!!
Jetzt sind wir also bei den Franzmännern und -frauen. An unseren Sprachkenntnissen werden wir noch etwas üben müssen, aber für das kaufen einer Telefonkarte hat es schon gereicht ;-)

12.06.03 Amsterdam / Niederlande

Eine Woche ist vergangen seit wir Langeoog verlassen haben und es ist schon wieder so viel passiert!
Abgelegt haben wir in Langeoog bei traumhaften Wetter unter Spi. Wir hatten Glück und konnten den Kurs Richtung Borkum anlegen. Um 21.00 Uhr überraschte uns eine Gewitterfront. Sie war vom Wetterdienst nicht angekündigt worden und machte sich zunächst durch einen leichten Regenschauer bemerkbar. Wir bargen den Spi. Dann drehte der Wind in sekundenschnelle und frischte in Böen bis auf 9 Beaufort auf. Ich habe so etwas noch nicht erlebt! Schnell holten wir auch das Gross ein und liefen dann unter Fock vor dem Wind Richtung Helgoland ab. Der Spuk dauerte ca. 20 Minuten, dann war die Front vorbei. Kurzfristig sind wir mir einem Reff weiter gesegelt, aber zur Nacht nahm der Wind wieder zu, so dass wir nur mit der Fock auf der Stelle gekreuzt sind. Am nächsten Morgen ging es mit einem Reff bei blauem Himmel weiter. Gegen 14.00 Uhr haben wir dann abgedreht nach Lauwersoog, da alle anderen Häfen auf Grund der Gezeiten nicht anzulaufen waren.
In Lauwersoog sind wir nach einem Grosseinkauf bei CIV (Koop-Laden der Fischer und grösser als auf Texel!) durch die Kanäle über Dokkum und Leuwarden weiter nach Harlingen. Die Strecke ist auch mit stehenden Mast gut zu motoren und die vielen Brücken öffnen zügig. Von dort ging es dann am kommenden Tag weiter über die Waddensee ins Ijsselmeer nach Makkum, wo uns bereits Barteks Eltern erwartet haben. Zusammen mit der Familie Cieplak hatten wir dort drei schöne Tage. Bartek hat dem neuem Bootseigner ein paar Tips gegeben wir wurden dafür köstlich bewirtet :-)
Weiter ging es jetzt über Medemblik, Hoorn nach Amsterdam. Natürlich haben wir auf dem Weg immer nach bekannten Plattbodenschifen Ausschau gehalten. In der Oranjesluise nach Amsterdam haben wir dann zusammen mit der Vriendshap von Koos gelegen. Er war an Bord, aber wir hatten nie viel mit ihm zu tun und so hat er uns nicht erkannt.
Amsterdam begrüsste uns erst mit Regen, aber jetzt scheint schon wieder die Sonne. Der Hafen liegt auf der anderen seite der Shelde, aber eine Fährte fährt alle 5 Minuten kostenlos zur anderen Seite. Wir sind vorhin durch die Stadt gelaufen und wollten ein paar Dinge besorgen, aber im Innenstadtbereich scheint es nur noch Coffeeshops und Textilläden zu geben. Morgen wollen wir noch ins Internetcafe und dann müssen am Boot ein paar Stellen neu gestrichen bzw. lackiert werden. Ausserdem soll noch das 2. Reff eingebunden werden
, bevor es wieder auf die Nordsee geht. Aus dem Land des Gauda liebe Grüsse an alle von Bartek + Yvi!

01.06.03 Langeoog / Deutschland

Bei traumhaften Wetter und gutem Wind sind wir auf Langeroog angekommen, um hier erst einmal zur Ruhe zu kommen. Bartek bastelt immer noch an Dinge die nicht fertig geworden sind. So sind auf unserem Heck jetzt zwei Solarpaneele festgeschraubt, die bei dem Wetter gute Arbeit leisten :-)
Auf dem Weg hierher haben wir in Helgoland angelegt. Leider hatten wir vergessen das Himmelfahrt ist. Es lagen bis zu 23 Boote im Päckchen Dabei war es erstaunlich wie gelassen alle mit der Situation umgingen. Nachts um 5.00 Uhr wurden wir aufgeweckt, weil unser Nachbar immer wieder gegen den Vordermann stieß. Es fiel kein böses Wort, sondern gemeinsam versuchte man die Boote besser zu verzurren und legte sich dann wieder schlafen.
Wegen der Fülle haben wir am nächsten Tag wieder abgelegt. Abends hatten wir dann nach einer schönen Überfahrt das Fahrwasser nach Langeoog erreicht. Die ersten Tonnen waren kein Problem, aber dann nach dem dritten Paar saßen wir auf einmal mit unseren 1,20 m Tiefgang fest - mitten im Fahrwasser!!! Wir waren verdattert da die Karte etwas von 1,60 m angezeigt. Zum Glück hatten wir Flut und haben uns bald wieder in tieferes Wasser frei bekommen. Im Hafen angekommen hing dort ein Aushang: Das Fahrwasser ist derzeit an der Stelle xy nur 0,60 m tief. Die Warnung kam ein wenig spät. Der Hafenmeister erzählte noch, dass die Tonnen z.T. bis zu 3x im Jahr verlegt werden müssen.
Langeoog gefällt uns sehr gut. Hier sind Fahrräder das Hauptverkehrsmittel und der Sandtrand erinnert mich an Südfrankreich. Abgesehen von den Rufen vieler Seevögel werde ich die Insel wohl immer mit Fasanen in Verbindung bringen. Sie scheinen ein Grossteil der bevölkerung auszumachen :-) Gleich gibt es noch einen "Vino" bei Sonnenuntergang und dann ab in die Falle.

25.05.03 Glückstadt / Deutschland

Es hat geklappt!!!
Nach einem schrecklichem Umzug haben wir es doch noch geschafft am Sonntag abzulegen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns bei unserem Auszug geholfen haben. Ganz besonderen Dank dabei an Sylvia , die drei Tag mit uns geschuftet hat, um die Abreise noch möglich zu machen!!!
Einen Tag vor der Abreise war dann auch Rasmus wieder wohlgesonnen und hat die Sonne scheinen lassen. So mussten wir die Sachen nicht feucht im Boot verstauen.
Die Abreise übertraf all unsere Erwartungen. Besonderen Dank all denen, die von weit angereist sind, um uns zu verabschieden, aber auch allen anderen DANKE für ihr erscheinen. Es war ein unvergessliches Erlebnis für uns! Als in Wedel noch die Nationalhymne für uns gespielt wurde, musste ich doch noch weinen (DANKE Mutti!)
Jetzt liegen wir bei Sonnenschein in Glückstadt und lassen es uns gut gehen. Heute morgen haben wir ausgeschlafen und dann hauptsächlich die Tatsache genossen, dass wir nun frei über unsere Zeit bestimmen können.
Viele Dinge sind nicht fertig geworden, aber außer dem Herd, den wir heute gereinigt haben, ist es nichts wirklich wichtiges. Bartek repariert gerade den Aussenborder und morgen wollen wir versuchen den Windex zu reparieren, der bei einer Übergabe vor Wedel abgebochen ist (Man merke - Übergaben immer in Luv!!!).
Soweit die ersten Neuigkeiten aus unserem neuen Lebensabschnitt.

15.05.03 Hamburg / Deutschland

Die Abreise rückt näher, die Liste der zu erledigenden Dinge wird kleiner.
Am Sonntag den 25.5.03 werden wir definitiv mit dem Hochwasser um 13.15 Uhr ablegen und unser Segeljahr beginnen. Wer möchte ist herzlich eingeladen ab 10.00 Uhr im City- Sporthafen mit uns anzustoßen.
Obwohl wir beide jetzt nicht mehr arbeiten, hatten wir nicht viel Zeit für Vorfreude. Zu viel muss noch am Boot gemacht werden.
Tadorna war zwischenzeitlich für einen Monat aus dem Wasser und hat neben mehreren Lackschichten und einem weiteren Unterwasseranstrich (dieses Mal mit Melkfett als Endschicht) nun auch endlich Ihren Namen sichtbar am Bug.
Bartek hat während dessen dafür gesorgt, dass sie ein neues wasserdichtes! Vorluk bekommen hat und auch das Schiebeluk wurde von ihm komplett neu erstellt und hat jetzt eine Garage, so dass sich keine böse Atlantikwelle mehr auf dem Navitisch breit machen kann! Durch die Hilfe von Herrn Seidel von der Fa. Bontempo musste Bartek sich dabei nicht mit ganzen Bohlen, sondern schon mit massgerecht zugeschnittenen Holzteilen rumplagen.
Derzeit sind die Backkisten und der Mast noch in Bearbeitung, während ich vielen Teilen ihre letzte Lackschicht gebe. Und dann werden alle Kleinteile wieder oder erstmals montiert, so z.B. auch die schöne neue Ankerrolle, die wir der Fa. Winkelmann zu verdanken haben.
Da die Abreise naht, steht nun auch unser Auszugstermin fest. Am Donnerstag den 22.05.03 werden wir ab 17.00 Uhr unser Hab und Gut zu meinen Eltern, meiner Schwester und meinem Schwager bringen. Wer mit helfen möchte ist herzlich Willkommen!
Wir freuen uns darauf viele von Euch an einem oder beiden Terminen zu sehen!

9.4.03 Hamburg / Deutschland

Es schneit!
Es fällt schwer sich bei dem Anblick vorzustellen, dass wir in gut einem Monat Richtung Sommer aufbrechen wollen.
Im letzten Monat sind wir gut mit den Vorbereitungen voran gekommen. Wir haben über Ebay endlich einen gebrauchten Folkeboot-Baum ersteigert. Bisher hatte Tadorna nur einen angepassten Baum von einem Scherenkreuzer. Die Fa. Krügel war so nett ihn uns aus Lippstadt abzuholen.
Leider mussten wir feststellen, dass der Mast an einer Stelle auf ca. 1 m Länge zu ein Viertel verrottet ist. Sollte also einer von Euch noch irgendwo einen gebrauchten Folkeboot-Mast verstecken - immer her damit! Ansonsten werden wir ihn wohl reparieren müssen.
Gestern hat Bartek das Boot aus dem Wasser geholt und von Pocken befreit. Das Unterwasserschiff sieht gut aus und es müssen nur noch kleine Reparaturen vorgenommen werden. Jetzt steht das Boot für ein paar Wochen zum trocknen in der Halle, was bei dem Wetter wirklich angenehm ist.
Vor zehn Tagen wurde Bartek sein Laptop aus dem UKE geklaut. Eine unangenehme Sache die, wie es aussieht, rechtliche Schritte nach sich ziehen wird. Bartek hat sich am Tag danach sofort einen neuen gekauft und so werden wir, wie geplant, via Email erreichbar sein. Allerdings könnten ein paar der bereits beim Newsletter eingetragenen Emailadressen abhanden gekommen sein. Falls Ihr keine Infomail bezüglich dieses Updates bekommen solltet, meldet Euch bitte erneut an!
Seit Montag ist meine Nachfolgerin in der Arbeit eingetroffen. Ich würde so gerne noch viele Dinge zu einem klarem Abschluss bringen, aber das ist wohl nicht realistisch.
Für Bartek beginnt seine "Sabatical-Year" nach seinem Dienst am Freitag.
So zerrinnen die Minuten vor dem Ablegen und ich kann nur hoffe, dass ich dann genug Zeit finde die Minuten wieder zu geniessen und wahrzunehmen.

8.3.03 Hamburg / Deutschland

Der Frühling naht, Tadorna liegt nicht mehr im Eis fest und da der Tag unserer Abreise naht, möchte ich Euch auf den neuesten Stand unseres "Projektes" bringen:
Im Januar hat sich endlich die Frage nach unserer Weiterbeschäftigung geklärt. Während meine Firma anderthalb Monate benötigte, um mir zu sagen dass ich kündigen muss, hat Barteks Arbeitgeber ihm nach vier Arbeitstagen eine schriftliche Bestätigung zukommen lassen, dass er am 1.Mai 04 wieder antreten darf. Somit ist Barteks letzter Arbeitstag der 11. April und meiner der 30. April.
Durch den doch recht kalten Winter in unseren Breiten, haben wir bisher hauptsächlich organisatorische Dinge erledigt. Da gab es viele Dinge, wie z.B. Handyvertrag oder Sportverein kündigen und wir haben bei Ebay und in der Bootsbörse nach Dingen Ausschau gehalten, die wir noch für die Reise benötigen.
Unsere Arbeitsaufteilung sieht grundsätzlich so aus, dass Bartek für die Ausstattung und den Umbau des Bootes zuständig ist. Wenn er mal wieder abwesend ins Blaue guckt, weiss ich dass er sich über die Form der Luken, der Bücherborde oder die Ausstattung der Elektrik Gedanken macht. Ich habe in der Zeit versucht unser Hab und Gut auf das zu reduzieren, was wir wirklich benötigen, indem ich den Rest bei Ebay verkaufe und damit gleichzeitig unsere Bordskasse auffülle.
Für unsere Wohnung hat sich leider keine Lösung finden lassen, so dass wir inzwischen gekündigt haben. So richtig unangenehm ist uns diese Tatsache allerdings nicht. Wir haben beide das Gefühl, dadurch noch ein Stück freier zu sein.
Das Auto werden wir auch verkaufen - wenn also einer von Euch einen metallic blauen Volvo 745 Kombie erwerben möchte - spätestens Mitte Mai steht unser zum Verkauf.
Jetzt fragt Ihr Euch sicher noch, wann es los gehen soll. Ein entgültiger Termin steht aber noch nicht fest. Wir werden am 8.Mai mit meiner Oma Ihren 85 jährigen Geburttstag feiern und dann... Sowie der Temin feststeht werden wir euch selbtverständlich über diese Seite darüber informieren!!! Wir hoffen dann, dass Ihr uns lautstark und zahlreich von den Landungsbrücken verabschieden werdet.